CLAUDE KARGER

„Fleißkärtchen für Juncker“ titelte gestern die „FAZ“ über den Marathon-Mann, der diese Woche von einem heißen Stuhl zum nächsten hetzte, wo die EP-Fraktionen ihm vor seiner voraussichtlichen Kür als Kommissionschef nächste Woche mehr oder weniger gehörig auf den Zahn fühlten. Er nimmt‘s locker: „Ein Handschlag hier, ein Küsschen dort und immer sein verschmitztes Lächeln auf den Lippen“. Hm, woher das wohl rühren mag? Zum einen von Siegesgewissheit natürlich. Vielleicht zaubert aber auch der Gedanke an die daheim gebliebenen Parteikollegen ein Schmunzeln auf das Gesicht des Noch-CSV-Fraktionschefs. Wie werden die ohne ihn auskommen? Wer wird neues CSV-Zugpferd? Im „Wort“-Interview wieselte sich der Fraktionsboss in spe tunlichst an der Frage vorbei: Erst parteiintern ranklotzen, die Antwort kommt dann 2017. „Neuanfang ja, aber besser nicht dem „Übervater“ der ehemaligen Premierpartei auf die Füße treten“, kommentiert das „Wort“, „Emanzipation sieht eindeutig anders aus.“ Gleichsam ungeduldig zeigen sich laut „Revue“ die jungen Wilden der CSV, wie der Fleißkärtchen-Sammler Serge Wilmes. Der will eine Direktwahl von Parteispitze und Spitzenkandidat. Das schlug im März der CDU-General auch für die Merkel-Partei vor. Taubers Motto: „Politik braucht mehr Punk“. Richtig. Und weniger Küsschen.