LUXEMBURG
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Nationaler Drogenplan 2020 bis 2024 vorgestellt

Illegale Drogen stellen sowohl eine öffentliche, wie auch gesundheitspolitische und soziale Herausforderung dar. Auch deshalb besteht der „Plan d’action national drogues illicites 2020-2024“ aus ganzen 80 Punkten. Denn hier gibt es viele einzelne Stellen, wo Maßnahmen ergriffen werden müssen, um der Problematik gerecht zu werden. „Grad an deem heiten Domaine gëllt et, fir flexibel an och kreativ ze sinn“, betonte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) während der gestrigen Vorstellung des Plans. „Et geet dorëmmer, jiddereen do ofzehuelen, wou en ass.“ Man müsse die Betroffenen auch entsprechend ihres Konsums behandelt.

Wichtige Fortschritte

Die gesamte Strategie konzentriert sich hierbei auf zwei Aspekte: Der Reduzierung der Nachfrage sowie des Angebotes. Die Risikominderung, die Information, Koordination und internationale Zusammenarbeit der Behörden spielen hier eine Rolle. Dass der Plan der vorigen Periode von 2015 bis 2019 Wirkung gezeigt hat, liest man anhand gewisser Zahlen ab. So ist die Zahl jener, die an einer Überdosis gestorben sind, in den letzten Jahren gesunken. Mit zehn Toten pro Million Einwohner, welche auf den Missbrauch illegaler Drogen zurückzuführen sind, liegt das Großherzogtum unter dem EU-Durchschnitt von 23 Drogentoten auf eine Million Einwohner. Auch die Verbreitung risikostarker Drogen wurde seit 1997 reduziert. Doch es gäbe noch viel zu tun, so Dr. Alain Origer, nationaler Koordinator im Bereich „Drogen“, bei der Vorstellung des Plans. Eine Sorge sei hier unter anderem die relative Steigerung des Zuspruches Jugendlicher gegenüber von Cannabis.

Wie dynamisch dieser Markt sein kann, zeigte sich in den Jahren 2014 bis 2016. Hier kam es zu einem starken Anstieg der HIV-Infektionen bei Drogennutzern. Diese hing mit der stärkeren Präsenz und Nutzung von Kokain. Erst durch eine Mobilisierung sämtlicher Akteure konnte hier wieder eine Senkung erreicht werden.

Allen Erfolgen zum Trotz gibt es noch Lücken, die es zu füllen gilt. Auf nationaler Ebene soll eine primäre Präventionsstrategie entwickelt werden. Eine Diversifizierung der Behandlungsangebote, auch mit Blick auf die steigende Kokainnachfrage, müsse fortgesetzt werden, während bestehende Angebote dezentralisiert werden müssten. Hierzu müsste dann auch enger mit den Gemeinden zusammengearbeitet werden und bestehende Infrastrukturen miteingebunden werden. Zur Koordinierung müsste auch mehr Personal zur Verfügung gestellt werden. Die spezifische Situation in der Hauptstadt bedürfe jedoch besonderer Aufmerksamkeit.