LUXEMBURG
MARCO MENG

Popwork feiert ersten Geburtstag mit zukunftsreichen Aussichten

„Coworking Spaces“, also flexible Plätze zur Miete, an denen gearbeitet werden kann, ist längst kein Randphänomen mehr, sondern wird in Zukunft Teil des Arbeitsalltags sein. Der „mobile work space“-Markt wird auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt. Die Idee, Coworking-Plätze attraktiver zu machen, hat sich das Startup Popwork zur Aufgabe gemacht: Über sie können Coworking-Plätze gebucht und bewertet werden. Das „Journal“ sprach mit Maxime Belair, Geschäftsführer und Co-Gründer des Jungunternehmens.

Was ist Popwork?

Maxime Belair Popwork ist eine Rating- und Buchungsplattform für flexible Arbeitsplätze. Wir arbeiten mit Anbietern von Coworking-Spaces, mit Businesscentern und Vermietern von Veranstaltungsräumlichkeiten zusammen, darunter auch Hotels. Unser Anspruch ist, mit unserer Webseite dem Nutzer den für ihn bestmöglichen Arbeitsplatz anzubieten.

Und diese Dienstleistung bieten Sie in Luxemburg an?

Belair In Luxemburg, aber auch bereits in Frankreich und Belgien.

Wie kamen Sie auf die Idee, Popwork zu gründen?

Belair Die Idee entstand aufgrund eigener Erfahrungen. Die zwei Mitgründer von Popwork Laurent Lafond und Benjamin Caillier waren auf einem Geschäftstreffen in Amsterdam und hatten dort Räumlichkeiten fürs Arbeiten angemietet, aber vor Ort stellte sich heraus, dass sie nicht dem entsprachen, was gewünscht und gebraucht wurde. Der Raum hatte keine Fenster, es gab keine Kaffeemaschine und ähnliches. So entstand bei Ihnen die Idee, dass es nützlich wäre, wenn es eine Plattform gäbe, eine Art TripAdvisor, über den man solche Räume und Arbeitsplätze nicht nur mieten, sondern sich vorher auch anschauen und auch als Nutzer selbst bewerten könnte. Sie beide kamen aber nicht aus dem IT-Bereich, und hatten erst einmal nur die Idee. Ich selbst hatte auch lange Zeit als Freischaffender im IT-Bereich gearbeitet und dabei ähnliche Erfahrungen gemacht. Als wir uns dann trafen und sie mir von dem Erlebten und ihrer Idee erzählten, fassten wir zusammen schnell den Entschluss, eine solche Plattform ins Leben zu rufen. Im Juli 2016, also genau vor einem Jahr, entstand somit unser Unternehmen Popwork.

Wie verlief die Unternehmensgründung? War es schwierig?

Belair Nein, es funktionierte gut. Wir erhielten die nötige Starthilfe und konnten gleich unser Geschäftsmodell entwickeln und hatten auch schnell die ersten Buchungen über unsere Plattform, in Luxemburg, Paris und Brüssel.

Wie funktioniert das technisch? Sie müssen die ganzen Informationen sammeln.

Belair Ja, diese Informationen sammeln wir dadurch, dass wir mit Anbietern von geeigneten Räumlichkeiten, sei es von Arbeitsplätzen oder Meetingräumen, Partnerschaften schließen. Die Anbieter können online auf unserer Plattform die entsprechenden Fragebögen mit Informationen ausfüllen, Bilder und Preislisten hochladen und entsprechend auch ändern, falls das nötig sein sollte. So können sich Interessierte, die sich beispielsweise zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort aufhalten, auf der Webseite für sie passende Lokalitäten aussuchen und buchen. Zusätzlich arbeiten wir auch mit einem Automatisierungssystem, um Informationen zu Coworking-Spaces zu sammeln.

Wer sind ihre Kunden?

Belair Vor allem Geschäftsreisende, Freischaffende, Designer, Angestellte von großen Unternehmen, die zu Projekten in anderen Städten sind. Die können dann geeignete Räumlichkeiten suchen, zum Beispiel ein Büro für eine Stunde oder für zwei Wochen mit Drucker und Scanner unweit eines Bahnhofs oder einen Mee-tingraum für einen Tag oder länger. Die Suche und Auswahl kann auf unserer Webseite spezifiziert werden und geht hier natürlich einfacher und schneller als es sonst der Fall wäre. Wir haben ganz unterschiedliche Kunden und Kundenbedürfnisse, denen wir mit einem breitgefächerten Angebot gerecht werden wollen.

Was sind die nächsten Schritte von Popwork?

Belair Wir wollen jetzt die Visibilität unserer Plattform erhöhen, um dadurch mehr Nutzer zu gewinnen. Als nächster großer Schritt planen wir, unsere Plattform für den deutschen, den niederländischen und den britischen Markt zu öffnen, alles stark wachsende Märkte für flexible Arbeitsplätze. Längerfristig, in den nächsten Jahren, wollen wir unsere Dienstleistung dann auch in ganz Europa anbieten.

Gibt es großen Wettbewerb bei dem, was Sie tun?

Belair Beim Anbieten und Buchen von Working-Spaces gibt es einige wenige Wettbewerber. Doch bei unserem Ratingsystem, das wir anbieten, sind wir allein und haben keinen Wettbewerber, diesen Mehrwert bieten nur wir an.

www.pop.work