JUNGLINSTER
INGO ZWANK

„Fluch oder Segen?“: Experten tauschen sich im CLT - Centre d’Emission in Junglinster aus

Wenn landläufig von Drohnen die Rede ist, denken viele zunächst an die zerstörenden Kampfmaschinen des US-Militärs. Doch auch für Aufklärungseinsätze von Feuerwehren, Filmproduktionen oder Sportübertragungen kommen mittlerweile überall die Helikopter mit der Kamera unter dem Bauch zum Einsatz. Ihre Präsenz steigt.

Die „American Chamber of Commerce“ richtete gestern zusammen unter anderem mit Securitymadein.lu ein Tagesseminar zum Thema „Drohen - Fluch oder Segen“ im CLT - Centre d’Emission in Junglinster aus.

Den ganzen Tag über wurden Demonstrationen mit Drohnen angeboten, unter anderem ein Rennen vom Club „FPV Racing Luxembourg“, es wurde über den Drohneführerschein und vor allem die Einsatzmöglichkeiten der Drohnen debattiert.

In einem Rundtischgespräch mit Pascal Kremer, Airline Safety Manager bei Luxair, Gary Cornelius von der Uni Luxemburg, und Kenn Sebesta (CyPhy Works Inc), der auch zum Thema Drohnensicherheit referierte, wurde vor allem auch die zukünftige Nutzung der Drohnen erörtert. „Wir fangen doch jetzt erst gerade an, alle Möglichkeiten der Nutzung von Drohnen zu erkunden“, sagte Sebesta. Und resümierte: „Alles, was etwas weiter als meine Armlänge von mir entfernt ist, dafür kann ich eine Drohne einsetzen.“

Auch die Berufsfeuerwehr der Stadt Luxemburg und das „Centre d’Incendie et de Secours Berdorf-Bollendorf“ waren mit ihren Drohnen vor Ort. Beide Korps haben seit Oktober 2015 ihre Drohnen im beschränkten Einsatz (siehe Infokasten). Vor allem bei unübersichtlichen Gefahrenlagen wolle man die Drohnen zum Einsatz kommen lassen, wie die Wehrleute vor Ort um Georges Comes berichteten. Ausgerüstet mit Fernbedienungen, Ersatzakkus, Transportkiste kommt man da alles in allem schon auf einen Wert von 6.000 Euro. „Damals“, sagt Comes, „heute sind die Drohnen auch schon billiger geworden“ - und surrt schon mit der Drohne gen Himmel, und sie auszurichten. Die Bilder der Drohne werden direkt in den Einsatzwagen übertragen, je nach Lage und Akkuleistung sind so Einsätze von 20 Minuten möglich.

Allgemeine Rechtslage

Auch einige Luxemburger Abgeordnete hatten bereits die Thematik beim zuständigen Ministerium hinterfragt, was Genehmigungen aber auch Verletzungen der Privatsphäre und/oder des öffentlichen Luftraums angeht.

Der „Schutz der Privatsphäre“ sei hier in der Menschenrechtscharta verankert, führt Minister Bausch dazu aus und verweist vor allem auf den Datenschutz. Verstöße können mit bis zu acht Tagen Haft oder Geldstrafe bis zu 125.000 Euro geahndet werden. Ferner erklärte Bausch, dass jede professionelle Nutzung einer Drohne der Genehmigung durch die Direction de l’aviation civile sowie der „Administration de la navigation aérienne“ bedürfe.

Private Flüge sollte man daher wirklich nur im eigenen Garten oder auf Modellflugplätzen absolvieren - und nicht allzu sehr über Nachbars Hecke schauen.