LUXEMBURGPATRICK VERSALL

„Le chant des balles“ von Eric Bellocq und Vincent de Lavenère heute und morgen im CarréRotondes

Nehmen Sie unser Gespräch lieber auf, denn ich bin sehr geschwätzig“, flachst der Jonglierer Vincent de Lavenère gut gelaunt vor dem „Journal“-Interview. Der gebürtige Franzose kommt nach den Weihnachtsfeiertagen nach Luxemburg, um mit seinem Kollegen, dem Musiker Eric Bellocq im CarréRotondes das gemeinsame Spektakel „Le chant des balles“ aufzuführen. Singende Gummi -Bälle also? Doch, doch, Bälle könnten durchaus singen, man müsse sie nur zum Singen kriegen, betont de Lavenère mit einem herzhaften Lachen. Beide sind sich anlässlich einer Opernproduktion in Paris über den Weg gelaufen, wo sie aktiv mitgewirkt haben.

Melodie als Schlüssel

Weil de Lavenère ein verkappter Musiker, und Bellocq ein verkappter Jongleur ist, haben beide im Jahr 2000 ihr gemeinsames Bühnenprojekt ausgearbeitet, die zwei unterschiedliche Welten - die Jonglage und die Musik - vereint. Die beiden betraten damit in Europa Neuland, nur einige Künstler aus Nordamerika hatten vor ihnen ähnliche Showkonzepte ausgearbeitet. Zwei Fragen schwebten von Anfang an über dem Spektakel, die es zu lösen galt: Wie kann man mit der Jonglage eine gewisse Musikalität erzeugen? Wie kann man einem Jonglierer zuhören. Das Duo hat versucht, diese Fragen zu beantworten, indem es ein Gleichgewicht zwischen dem Visuellen und dem Akustischen herstellte. Jonglieren sei per se rhythmisch, erklärt der Franzose. Wenn man über einen gewissen Rhythmus verfüge, können man diesen anhand unterschiedlicher Jonglierfiguren zähmen oder ihn einsetzten, um diverse Figuren entstehen zu lassen, unterstreicht der Jongleur und ergänzt, dass der Schlüssel zum Gelingen dieses Zusammenspiels zwischen Musik und Jonglage die Melodie sei. Außerdem muss die Chemie zwischen beiden Bühnenfiguren stimmen.

Das Spektakel entführt den Zuschauer in eine Fantasiewelt, versetzt ihn in einen Meditation ähnlichen Zustand, in dem er seinen Emotionen freien Lauf geben kann. Die Musiktitel wählt das Duo übrigens gemeinsam aus, seit 15 Jahren wird regelmäßig am Konzept gefeilt.


Informationen unter www.rotondes.lu