LUXEMBURG
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GeoConnectGR: Geodaten des Gewässernetzes der Großregion erfasst

Es geht um die Harmonisierung von Gewässernetzdaten der Großregion und die Betrachtung unter dem Gesichtspunkt der europäischen Inspire-Richtlinie: Um diese fachtechnisch Definition dreht sich das Projekt GeoConnectGR, führte Thierry Hengen, Beauftragter des luxemburgischen Energieministeriums, gestern in die Präsentation der Ergebnisse ein.

„Das Projekt GeoConnectGR wurde im Rahmen der Ausschreibung b-solutions der Europäischen Union im Jahr 2018 ausgewählt“, wie Jean-Yves Pirlot, Präsident der Arbeitsgruppe Kataster und Kartografie, erklärte. Das Projekt sei gemeinsam von der Arbeitsgruppe, dem Geografischen Informationssystem der Großregion und dem Gipfelsekretariat der Großregion realisiert worden, wobei letzteres logistische und administrative Unterstützung leistet, wie betont wurde.

Pilotthema Hydrografie

„Die Projektbeteiligten wollen mit diesem Pilotprojekt bis Ende 2019 die Geodaten des Gewässernetzes über die Binnengrenzen der Großregion hinweg in einem großen Maßstab konsolidieren“, sagte Pirlot. Denn Ziel sei eine Vereinbarung über den Austausch topografischer und geografischer grenzüberschreitender Daten zu dem ersten Pilotthema Hydrografie. „Dieses Thema wird auch umfassend von der Europäischen Union im Rahmen ihrer Umweltpolitik behandelt“, sagte Pirlot.

Die Geobasisdaten liegen in unterschiedlichen Raumbezugssystemen vor und befinden sich an den Staats- bzw. Landesgrenzen nicht in vollkommener Übereinstimmung. Oftmals gebe es keine kontinuierliche Abgrenzung des hydrografischen Netzes, auch nicht im großen Maßstab. Die Lösung sei hier, die für einzelne Grenzbereiche vorliegenden Ansätze zur geometrischen Harmonisierung der Gebietsgrenzen zu werten, aufzugreifen und in die Breite zu tragen. „Eben mit dem Ziel, die geotopografischen Grunddatenbanken aller Partner bis zum Ende des Jahres 2019 geometrisch anzugleichen, so dass keine Lücken und Überschneidungen mehr vorliegen.“ Dieses Projekt habe in Europa einen innovativen Charakter, „da zum ersten Mal ein integrierter und harmonisierter Datensatz in einem großen Maßstab für ein Pilotthema erstellt wird, das für die gesamte Europäische Union von Interesse ist“, nicht zuletzt auch im Hinblick auf Sicherheitsaspekte, wie Pirlot ausführte. Die harmonisierten Daten würden in einem portierbaren Format bereitgestellt. „Sie können mit einer Open-Data-Lizenz in das Geografische Informationssystem der Großregion (GIS-GR) überführt werden, um die Daten der Gewässernetze mit anderen grenzüberschreitenden Daten zu kreuzen und die Raumbeobachtung zu unterstützen. Mit dem durch das GIS-GR verwalteten Geoportal können die Daten auch Fachexperten und der Öffentlichkeit bereitgestellt werden“, wie es Florence Jacquey, Geschäftsführerin des EVT Gipfelsekretariats der Großregion, nach einer kurzen Vorstellung der Großregion mit Schüsseldaten beschrieb.

Open Data und Kalender

Mit Abschluss der Arbeit erfolgt die Erstellung eines Dokuments, in dem alle Arbeitsschritte zusammengefasst werden. Dieses Dokument soll Agenturen und Büros zur Verfügung gestellt werden, um den Best-Practice-Charakter des Projekts herauszustellen und andere europäische Akteure anzuregen, in ihren Grenzregionen ebenso zu verfahren. „Eben eine kostenlose Veröffentlichung mit einheitlichen Nutzungsbestimmungen in einem zentralen Medium“, wie Pirlot betonte. Der somit gewonnene Datensatz könne in der Folge als Muster für weitere Themen dienen.


Im Rahmen der Präsentation wurde auch der neue Kalender der Großregion 2020 vorgestellt, der unter dem Thema „Architektur und besondere Bauwerke steht“. Luxemburg ist hier mit dem Wasserturm in Gasperich, dem Biodiversum in Remerschen als auch der Pont Adolphe in Luxemburg und dem Gare Belval vertreten


Eine entsprechende interaktive Karte ist

unter www.sig-gr.eu im Bereich Umwelt zu finden