BONN/LUXEMBURG
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Europas größter Fernbus-Anbieter baut Marktführerschaft aus

Im Juni hatte FlixBus mit der Übernahme des Kontinentaleuropa-Geschäfts des britischen Konkurrenten Megabus seine Position als Europas größter Fernbus-Anbieter gefestigt. Jetzt baut das Unternehmen seine Marktführerschaft weiter aus. Denn die Deutsche Post beendet ihren Ausflug ins heiß umkämpfte Fernbusgeschäft nach drei Jahren und verkauft die Aktivitäten an Flixbus. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am gestrigen Mittwoch begründete das Bonner Unternehmen den Rückzug mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Aktivitäten. Flixbus hingegen treibt mit der Übernahme des Postbus seine Expansion massiv voran. „Mit dem Erwerb des Postbus-Angebots stärken wir bewusst unser Kerngeschäft in Deutschland“, sagte Geschäftsführer André Schwämmlein. Zum Kaufpreis schwiegen beide Unternehmen.

Die ersten Postbus-Linien sollen ab November in das Flixbus-Netz integriert werden. Bis dahin ändert sich für die Postbus-Kunden nichts. Alle Linien seien bis zum 31. Oktober buchbar und die Postbusse würden weiter in gewohnter Zuverlässigkeit fahren, hieß es. Erst danach werden die gelben Busse aus dem Straßenbild verschwinden. Postbus war im November 2013 als Kooperation mit dem ADAC an den Start gegangen. Der Autoclub stieg aber im November 2014 aus dem Projekt wieder aus. Obwohl sich mit dem Verkauf des Postbus die Marktführerschaft von Flixbus im Fernbusgeschäft weiter festigt, gibt es beim Bundeskartellamt keine Einwände gegen die Transaktion. Die Behörde sei vorab von den Unternehmen über den bevorstehenden Verkauf unterrichtet worden. Das Vorhaben sei nicht anmeldepflichtig, die Umsatzschwellen würden nicht erreicht, erklärte ein Behördensprecher.

Mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent ist Postbus nach Angaben des Beratungsinstituts IGES (Stand April 2016) derzeit die Nummer zwei auf dem deutschen Markt - hinter Flixbus mit 70 Prozent. Insgesamt fahren 90 Postbusse auf 120 Linien, zum Teil auch in europäische Nachbarländer. Flixbus selbst bietet nach eigenen Angaben täglich 900 Verbindungen in 20 Ländern an. 20 Millionen Menschen hätten 2015 in Europa den Flixbus genutzt. Für 2016 rechnet das Unternehmen mit einem Zuwachs von 50 Prozent auf 30 Millionen Kunden. Die Übernahme von Postbus durch Flixbus bewertet Christoph Gipp, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Iges, als Chance.

Deutsche Bahn denkt an Aufgabe

Die Deutsche Bahn, derzeit die Nummer Drei auf dem deutschen Fernbusmarkt, nehme die derzeitige Marktkonsolidierung zum Anlass, ihre Geschäftsaktivitäten auf den Prüfstand zu stellen. Nach einer Phase dynamischen Wachstums stagnierten derzeit die Fahrgastzahlen im Fernbusmarkt. Gleichzeitig bleibe der Wettbewerbsdruck absehbar hoch und die Preise unverändert niedrig, teilte das Unternehmen mit.

Letzten Monat hatte Flixbus sein Angebot ab Luxemburg verzehnfacht. Luxemburg werde damit eines der wichtigsten Drehkreuze im europaweiten Flixbus-Netz, teilte das Unternehmen dazu mit. Unternehmenssprecherin Bettina Engert: „Mit den neuen Linien machen wir Luxemburg zum internationalen FlixBus-Hub.“

2011 als Drei-Mann-Betrieb gegründet, besteht das FlixTeam mittlerweile aus rund 1.000 internationalen Mitarbeitern.