MAMER
PATRICK WELTER

Gilles Roth lässt PAG nachbessern, um Vorwürfen ein Ende zu machen

Kurz vor den Wahlen sorgte die Sache für große Aufregung und hat den Betroffenen sicher einige Stimmen gekostet. In einer Veröffentlichung in den Medien war die Behauptung erhoben worden, der Mamer Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende in der (alten) Kammer, Gilles Roth, hätte den allgemeinen Bebauungsplan so zugeschnitten, dass er auf Dauer eine uneingeschränkte Aussicht von seinem Privathaus aus habe. Er habe die Nachbargrundstücke aus dem Bauperimeter ausgenommen und zur landwirtschaftlichen Fläche erklärt und dazu noch selbst an der Abstimmung teilgenommen

Gilles Roth bestritt von Anfang an, dass diese Grundstücke innerhalb der Bebauungsgrenze lagen. Sie wären schon früher als „Grünzone“ (zone verte) eingestuft worden. Mit dem neuen PAG habe sich für das Gelände nur die Benennung, in „Landwirtschaftliche Zone“ (zone agricole) und keineswegs die Nutzungsmöglichkeit geändert. Außerdem, so Roth, sei das Gelände nicht mehr verkehrstechnisch erschließbar. Der Vorwurf, er habe trotz eines „persönlichen Interesses“ an der Abstimmung über die Verabschiedung des PAG teilgenommen, wurde von Gilles Roth abgewiesen, ebenso vom Innenministerium. Gestern wurde nun gemeldet, dass der Mamer Bürgermeister „zurück rudert“ weil er die Grundstücke nun doch in den Bebauungsplan aufgenommen habe. Ganz so ist die Sache aber nicht…

Dem Gerede ein Ende machen

In einer sehr persönlichen Erklärung hat Roth während der ersten Sitzung des Mamer Gemeinderates nach den Parlamentswahlen Stellung bezogen und seine Sicht, aber auch seine Betroffenheit, geschildert. Zunächst stellte er klar, dass der neue Allgemeine Bebauungsplan (PAG) am 22. Oktober vom Innenminister und am 8.November vom Umweltminister unterzeichnet wurde. Damit könne sich Mamer in Zukunft gut entwickeln. Roth erläuterte dann noch einmal die Situation der betroffenen Grundstücke, betonte, dass sie kein Bauland waren und erläuterte nochmals die schwierige Topographie.

Unter Punkt vier seiner Erklärung heißt es dann wörtlich: „ (…) Ech wëll mir keng perséinlech Bevirdeelegung nosoen loossen. Och nët emol de Verdacht dovunner opkommen loossen. Fir all Diskussioun een fir allemol een Enn ze machen proposéieren ech-elo nodeems d’PAGprozedur ganz ofgeschloss ass an domadder keen Prozedurrisiko besteht- dem Scheffen-an Gemengerot am Kader vun enger punktueller Ofaennerung vun dem PAG, d’Terraien lanscht d’Rue Kirpach bis un d’Propriétéiten an der Rue de Rome-an domat och hannert dem Haus vun der Famill Roth an den PAG als Bauland eran ze huelen.(...) Ech wäert selbstverstaendlech nët un daer Emklasséierungsprozedur als Member vun dem Gemengerot deelhuelen.“

Verletzende Kampagne

Roth zeigte sich tief enttäuscht von der Art und Weise, wie diese Attacke vor den Wahlen gegen ihn geführt wurde, die nicht nur ihn politisch, sondern auch seine Familie persönlich getroffen habe. Roth erklärte unserer Zeitung gegenüber, dass er diese Angelegenheit jetzt habe schnellstmöglich klären wollen. Der Zeitpunkt der ersten Sitzung nach den Wahlen und nach der Verabschiedung des PAG sei ihm richtig erschienen.