FREDERIC HAUPERT

Am 19. September ist es wieder soweit: Regierungsvertreter finden sich in den Räumen der UNO in New York zusammen, um über einen humaneren Umgang mit Flüchtlingen zu beraten. Mehr als 130 Staats- und Regierungschefs werden erwartet. Hilfsorganisationen wie CARE Luxembourg mahnen im Vorfeld konkrete Ergebnisse an.

„In der Beschreibung der Situation werden sie sich einig sein: Wir erleben derzeit die größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg. Jeden Tag zwingen Krieg und Verfolgung weitere 33.000 Menschen in die Flucht, im letzten Jahr waren es 14,7 Millionen Menschen. 2015 baten 100.000 Kinder ohne Begleitung in 78 Ländern um Schutz. Kein Staat kann diese Krise alleine bewältigen.

Es steht jedoch zu befürchten, dass es das dann auch war in puncto Einigkeit. Einen Plan, wie sie das Leid der Menschen beenden wollen, haben viele Regierungen in Form von Bauskizzen für neue Zäune schon in der Schublade. Schade, denn eigentlich sind diese und andere internationale Konferenzen das einzige Forum, von dem ein positiver Impuls ausgehen kann. Denn eine humane Lösung der Katastrophe kann nur eine politische sein. Konflikte wie jener in Syrien müssen von der Weltgemeinschaft diplomatisch gelöst werden.

Die Nachbarländer der Konfliktregion - allen voran Jordanien, Libanon und die Türkei - tragen die Hauptlast dieser Krise. Es sind die Schwächsten in diesen ohnehin armen Ländern, die sich in den Elendsvierteln der Städte ihren Wohnraum mit den Flüchtlingen aus dem zerstörten Land teilen müssen. 4,8 Millionen Flüchtlinge haben in diesen drei Ländern Schutz gesucht.

Der Wille, nahe ihrer Heimat zu bleiben, ist ihnen gemein. Wenn Nahrungsmittelrationen in den Camps aus Geldmangel gekürzt werden, wenn die Gastgemeinden unter der Last zusammenbrechen, wenn die Ersparnisse aufgebraucht sind und keine Chance auf ein Einkommen besteht, wenn sich gescheiterte Friedenskonferenzen auf zynische Versprechungen beschränken, bevor erneut von allen Parteien Wohnviertel gezielt angegriffen werden, dann geht jede Hoffnung auf eine friedliche Heimat verloren.

CARE steht jenen bei, die vor Konflikten fliehen mussten. Wir verteilen lebenswichtige Hilfsgüter, versorgen Schwangere und Neugeborene, betreuen traumatisierte Kinder und schützen Mädchen vor sexueller Gewalt. Wir sind dankbar, dass die Zahl der Luxemburger, die uns dabei mit einer Spende unterstützen, stark zugenommen hat. Damit kann viel Leid gelindert werden. Die Ursache für dieses Leid kann jedoch weder durch Zäune, noch durch Hilfe bekämpft werden. Hierfür braucht es die Politik. Es ist längst an der Zeit, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen, den armen Nachbarländern Syriens beizustehen und Flüchtlingslager so zu finanzieren, dass kein Kind Hunger leiden muss. Warum nicht am 19. September?“