Bis zum Zweiten Weltkrieg fand eine „zünftige“ Seeschlacht auf Sichtweite zwischen großen bis an die sprichwörtlichen Zähne bewaffneten Schiffen statt. Nelson kämpfte 1810 noch hinter dicken Eichenplanken, im amerikanischen Bürgerkrieg gab es die ersten Panzerschiffe und um 1900 wurden mit den „Dreadnoughts“ die typischen Schlachtschiffe in Dienst gschaffen. Der Zweite Weltkrieg brachte dann das Ende der Riesen mit gewaltigen 38cm-Geschützen. Die Deutschen setzten auf U-Boote. Amerikaner, Japaner und Briten gingen in die Luft.
Vorspiel
Ein Vorspiel dazu liefert der Untergang der „Bismarck“ im Mai 1941. Das deutsche Superschiff hatte noch drei Tage vorher den Stolz der britischen Navy, das Schlachtschiff „Hood“ mit nur wenigen Salven versenkt. Den Todesstoß erhielt die „Bismarck“ von einem leichten „Swordfish“-Doppeldecker, der dem deutschen Stahlmonster mit seinem Torpedo das Ruder wegschoss. Das manövrierunfähige Schiff war verloren. Die „Swordfish“-Staffel war vom britischen Träger „Ark Royal“ aus gestartet – einem der ersten echten Flugzeugträger.
Am 7. Dezember 1941 zeigte die neue Waffe was wirklich geht: Vernichtende Angriffe über ganz lange Distanzen. Die japanische kaiserliche Marine hatte sechs Flugzeugträger unbemerkt bis auf rund 400 Kilometer Entfernung an Hawaii herangeführt. Im Morgengrauen starteten nach und nach rund 440 Maschinen von den Trägern. Ziel war die US-Flotte in Pearl Harbour. Als der Sonntagvormittag vorüber war lagen fünf große Schlachtschiffe zerstört auf dem Grund der Bucht. Dutzende weitere Schiffe waren gesunken oder beschädigt, hunderte Flugzeuge vernichtet, über 2.400 Amerikaner waren tot. Die japanischen Verluste waren nahezu lächerlich – 29 Flugzeuge, sechs Mini-U-Boote und 65 Gefallene. Was nach einem militärischen Erfolg klingt, war nur ein halber, denn alle amerikanischen Flugzeugträger waren nicht im Hafen….
Drei Tage später, vor der malaysischen Küste, wurden zum ersten Mal zwei Großkampfschiffe, die „HMS Prince of Wales“ und die „HMS Repulse“ von Marinefliegern auf offener See versenkt. Die Zeit der Schlachtschiffe war vorbei, der Pazifik gehörte den Flugzeugträgern.
Trägerschlachten
Im Mai 1942 kam es im „Korallenmeer“ (Bismarck-Archipel) zur ersten Trägerschlacht der Geschichte. Zentrale Waffen waren die Flugzeuge, die über lange Distanzen sowohl Luftkämpfe führen mussten, als auch Angriffe auf die gegnerischen Schiffe flogen. Von den beiden US-Trägern sank einer, von den drei japanischen Trägern ging einer unter, ein zweiter wurde schwer beschädigt.
Als die bedeutendste Trägerschlacht gilt die Schlacht um Midway Anfang Juni 1942. Drei US-Flugzeugträger mit 50 Begleitschiffen trafen auf vier japanische Träger mit einer Entourage von 150 Schiffen. Die Schlacht tobte für drei Tage über eine Distanz von mehreren hundert Kilometern. Nach unkoordinierten Angriffen mit hohen Verlusten gelang den USA bald ein Zusammenspiel von Torpedoflugzeugen und Jagdfliegern. Bald waren drei der vier japanischen Träger und ein Kreuzer vernichtet. Der vierte Träger, die „Hiryu“, wurde nach schweren Treffern selbst versenkt. Auf US-Seite sank der Träger „Yorktown“. Verluste auf US-Seite: Etwa 300 Gefallene. Bei den Japanern war der Blutzoll mehr als zehn Mal so hoch.
Bei allen Interventionen der USA in den letzten Jahrzehnten übernahmen die US-Flugzeugträger, immer umgeben von einem ganzen Flottenverband, wichtige Aufgaben. Sie griffen in Korea und Vietnam in die Kämpfe ein. Auch von Trägern aus wurde 1999 Serbien angegriffen und später Ziele in Afghanistan angeflogen. Außer den USA haben nur die Briten nach dem Zweiten Weltkrieg Träger aktiv eingesetzt. Bis zum Falklandkrieg 1982 galten die extra für den Einsatz auf Flugzeugträgern konzipierten britischen „Harrier“-Senkrechtstarter als flügellahm und veraltet. Wie sich zeigte ein fataler Irrtum – aufgrund ihrer hohen Wendigkeit schossen die Piloten die technisch überlegenen „Mirage“ der argentinischen Luftwaffe in großer Zahl ab. Zurzeit liegen US-Träger wieder vor Korea.
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