LUXEMBURG/FRANKFURT
MARCO MENG

DekaBank profitiert von Zinstief - Zuflüsse steigen

Steigende Nachfrage nach Fonds der DekaBank bescheren dem Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen fast 40 Prozent mehr Zuflüsse als ein Jahr zuvor. Das gab das Institut gestern bekannt. „Wir konnten unseren Wachstumskurs auch 2017 fortsetzen“, bilanzierte Vorstandschef Michael Rüdiger.

Demnach wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gut 12,6 Milliarden Euro frische Gelder für Fonds und Zertifikate eingesammelt. 5,7 Milliarden Euro, damit fast die Hälfte, kamen von Privatkunden, wie die DekaBank mitteilt. 6,9 Milliarden Euro stammten von institutionellen Kunden wie Versicherungen und Pensionskassen.

Vorstandschef Rüdiger zeigt sich zufrieden, „dass die Bemühungen von Sparkassen und Deka zum Ausbau des Wertpapiersparens fruchten.“ Im ersten Halbjahr seien rund 300.000 Deka-Fondssparpläne abgeschlossen worden und damit so viele wie im Gesamtjahr 2016. Der Bestand erhöhte sich somit auf fast 3,8 Millionen Verträge. Wegen der niedrigen Sparzinsen nimmt das Interesse an Aktien und Fonds zu. Das spiegelt sich auch im höheren Ergebnis, das gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 241,3 Millionen Euro gesteigert werden konnte.

Regulationskosten bremsen Wachstum

Mit einem satten Gewinnsprung rechnet das Institut dennoch nicht. „Trotz der erfreulichen Vertriebsentwicklung und den günstigen Rahmenbedingungen zeigen die höheren Regulatorikkosten und die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes ihre Spuren“, betonte Rüdiger. Für das laufende Geschäftsjahr erwarte man darum ein wirtschaftliches Ergebnis, das auf dem Niveau des Jahres 2016 bei 415 Millionen Euro liegen werde.

Ermittlungen zu Cum-Ex Geschäften

Wie die DekaBank erklärt, habe sie eine freiwillige Untersuchung eingeleitet, um zu beurteilen, ob sie durch ihre Involvierung Dritten die Ausführung von dubiosen Wertpapiergeschäften, sogenannte „Cum-Ex Geschäfte“, ermöglicht hat. „Diese Untersuchung ist derzeit noch nicht abgeschlossen“, teilt das Wertpapierhaus mit. „Die deutsche Staatsanwaltschaft wirft ... in der Schweiz und in Luxemburg Mitarbeitern von Tochtergesellschaften der DekaBank vor, wissentlich Konten für Kunden, die der Steuerhinterziehung beschuldigt werden, eröffnet und unterhalten zu haben.“ Die DekaBank arbeite mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Der Ausgang dieser Verfahren sei derzeit noch nicht abschätzbar“.

Insgesamt verwaltete die DekaBank Ende Juni 270,4 Milliarden Euro, das sind 13,6 Milliarden mehr als sechs Monate zuvor. Von dem Zuwachs entfielen acht Milliarden Euro auf den Nettoabsatz von Fondsprodukten und sechs Milliarden auf steigende Kurse.

Ende 2016 beschäftigte die Deka-Gruppe rund 340 Mitarbeiter im Großherzogtum und machte hier letztes Jahr einen Gewinn von 152 Millionen Euro. Deka Immobilien Luxembourg, Deka International und Deka International Fund Management hatten zum Stichtag 28. Februar 2017 in Luxemburg rund 54 Milliarden Euro Anlagevermögen, wie aus Statistiken des deutschen „Bundesverband Investment und Asset Management“ (BVI) hervorgeht.