CLAUDE KARGER

Es lohnt sich stets, dem Blick von Aussenstehenden auf unser Ländchen zu folgen. Immer interessant, was die so schätzen und was wir vielleicht zu schätzen vergessen haben. Auf Wochenend-Entdeckungsfahrt war kürzlich ein Reporter des traditionsreichen „The London Magazine“, der schon mal von der „in the broken jaws of a giant dragon“ liegenden Luxembourg City stark eingenommen war. Ansonsten wurde der Trip zum kulinarischen Hochgenuss in „a place where Germanic and French cultural flavors mingle“. Denn „food is serious here“, hat der Besucher herausgefunden, der sich Carpaccio, Kalbskotelett Béarnaise und Schokoladenjuwelen vorzüglichst munden ließ. Dass der Mann beim Verdauungsspaziergang durch die „Groussgaass“ auf einen Charcuterie shoppenden Wirtschaftsminister und einen Velo fahrenden Transportminister stieß, scheint ihn geprägt zu haben, ebenso wie folgende Info: „We were told that the Grand Duke Himself often pops out C&A“. Aha!

Weniger los war im Kirchberg-Viertel, wo der Reporter - was Wunder an einem Sonntag - feststellte, dass es da aussieht wie in Ray Bradburys Mars-Metropolen: „pristine, glamorous and deserted“. Ein Mosel-Crémant rettete dann aber dann doch noch die Empfehlung nach Luxemburg zu reisen and „Discover Your Inner Bourgeois“. Na dann: Prost.
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