Ach deshalb waren am Dienstag in der „Chamber“ alle so geschniegelt und nett, als unser Chefdiplomat mit der orangenen Plastikbrille seine Erklärung zur Schieflage der Welt vortrug: „Der ehemalige Bürgermeister von Steinfort ist sogar Gegenstand eines Dokumentarfilms, weil er während seiner Amtszeit auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn ist“, schreibt das „Land“. Selbst ADR-Doppelagent Fernand K. habe auf seine „üblichen Hasstiraden gegen seine ehemaligen Vorgesetzten“ verzichtet und stattdessen Sympathiewerbung für Russland und Israel betrieben - „worauf Jean Asselborn dem verlorenen Schaf ebenso freundlich antwortete“. Wie kann es auch anders sein, wenn die Kamera-Crew des iranisch-luxemburgischen Künstlers Pasha Rafiyi um einen herum schwirrt. „Foreign Affairs“ heißt der Dokumentar-Streifen über den zum internationalen Top-Vermittler gewordenen Sozialistenmenschen aus dem wilden Luxemburger Westen, der von seinen „Ochsentouren“ durch deutsche Koch- und Talkshows natürlich weiß, wie man sich vortrefflich lustig in Szene setzt und global möglichst viel Aufmerksamkeit erhascht.

Ob der Film ein kritischer Streifen wird oder den „goldenen Bengel“ für die beste Asselborn-Huldigung erhält? Wir sind gespannt.