LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Neue Ausstellungen im Mudam: Drei Künstler, mehr als drei Kunstformen

Drei Künstler, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, stehen seit gestern im Mittelpunkt von drei neuen monografischen Ausstellungen im Mudam: Tony Cragg, Samuel Gratacap und Darren Almond. Das Museum für zeitgenössische Kunst präsentiert die ganze Kunstform-Palette: Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Videoinstallationen und Projekte, die speziell zu diesem Zweck gestaltet wurden.

„Diese drei Ausstellungen verdeutlichen erneut, wofür das Mudam einsteht, nämlich für die Diversität der Formen der zeitgenössischen Kreation. Gleichzeitig wird unser Anliegen unterstrichen, sowohl mit etablierten, international bekannten Künstlern zu arbeiten, als auch mit jüngeren Künstlern, für die die Etappe einer Ausstellung im Mudam sehr wichtig ist, um auf sich aufmerksam zu machen. Den Besuchern bietet sich nicht nur die Gelegenheit, verschiedene Künstler und ihre spezifischen Werke gleichzeitig zu entdecken, sondern sich auch vom Potenzial dieses Museums zu überzeugen, immer wieder maßgeschneiderte Konzepte auszuarbeiten“, erklärte gestern Kurator Clément Minighetti in seiner Einführung. Anschließend führten die Künstler selbst die anwesenden Journalisten durch ihre Ausstellungsräume.

Energiereich und dynamisch: Tony Cragg

Dem international renommierten Bildhauer Tony Cragg wurde die große Halle im Erdgeschoss sowie die Galerien im ersten Stockwerk zur Verfügung gestellt. Rund 30 Skulpturen aus verschiedenen Schaffensperioden sind zu sehen, darunter „Forminifera“ (1994) aus der Mudam-Sammlung. Craggs energiereiche Ausstellung, die die Vielfalt und Dynamik in seinem Werk verdeutlicht, bleibt bis zum 3. September in dem Museum. In seinen Werken setzt sich der Künstler mit Fragen zu Form und Material auseinander. Immer wieder experimentiert er mit den Techniken der klassischen und weniger klassischen Bildhauerei. Unterschiedliches - man möchte fast sagen, jedes denkbare - Material kommt zum Einsatz, mal Holz, mal Plastik, mal Aluminium, mal Glas.

Formal vielfältig: Darren Almond

Von erstaunlicher formaler Vielfalt zeugen auch die Arbeiten des Künstlers Darren Almond, der bis zum 14. Mai im Mudam unter dem Titel „Timescape“ ausstellt. In seinem Werk wirft er Fragen nach der Zeit, dem Raum, der Geschichte und der Landschaft auf. Er zeigt Fotografien, Gemälde, Skulpturen, eine Videoinstallation und textliche Werke.

Fotojournalistisch: Samuel Gratacap

Der Dritte im Bunde, der Fotograf Samuel Gratacap, bewegt sich mit seinen Arbeiten sowohl im Bereich der bildenden Kunst wie im Fotojournalismus. Ein besonderes Augenmerk richtet er auf Migrationsphänomene. Für sein Projekt „Empire“ hat er das tunesische Flüchtlingslager Choucha, wenige Kilometer von der libyschen Grenze entfernt, in den Jahren 2012 bis 2014 mehrfach besucht. Obwohl es 2013 offiziell geschlossen wurde, lebten mehrere Hundert Flüchtlinge unter katastrophalen Bedingungen weiter in dem Camp. Mit seiner Kamera hat Gratacap eine einzigartige dokumentarische und zugleich kunstvolle Arbeit geleistet.


Weitere Informationen unter www.mudam.lu