LUXEMBURG
SVEN WOHL

Die Zivilgesellschaft leistet ihren Beitrag für die Integration von Asylanten

Sprachkurse, einen Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen, Integrations-coaching und das Informieren von Flüchtlingen - die letzten Jahre musste die „Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés asbl“ (ASTI) viel leisten. Flüchtlinge und Migranten die Integration zu erleichtern gestaltete sich in den vergangenen Jahren als eine gewichtige Aufgabe. Am 31. Dezember enden jedoch einige Programme, auch weil sie von staatlicher Seite übernommen werden. An deren Stelle werden andere, weiterführende Leistungen treten, erklärte Laura Zuccoli, Präsidentin der ASTI, bei der gestrigen Pressekonferenz.

Innovationen bei Spracheund Arbeitsmarktintegration

Dass ein Bedarf besteht, daran wurde kein Zweifel gelassen. So nahmen im Rahmen von „Ma’an! Ensemble! Zesummen!“ 940 Lernende an Intensivsprachkursen teil. Die Mehrheit habe hier innerhalb von zwei Jahren die Sprachkompetenz von A2 erworben. B1 ist das Minimum, um Zugang auf unseren Arbeitsmarkt zu erhalten. Im Rahmen dieser Kurse gab es auch einige Innovationen, wie etwa ein Wörterbuch „Luxemburg-Französisch-Arabisch“ beziehungsweise „-Farsi“. Auch Methoden, wie man das lateinische Alphabet weitervermittelt und Leitfäden, die einem Luxemburg erklären, wurden hier entwickelt.

Ein großes Lob erhielten die zahlreichen ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich hier miteinbringen. „Sie haben geholfen, innovative Vorgehensweisen zu entwickeln“, erklärte Laura Zuccoli. Neben der ASTI ist auch die „Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ mit einer Summe von 15 Millionen Euro beteiligt. Deren Vertreter Nicolas Hirsch betonte: „Unser Ziel war es, der Zivilgesellschaft unter die Arme zu greifen.“ Ein weiterer Partner war der Dienst der Erwachsenenbildung des Bildungsministeriums. Chantal Fandel vom Bildungsministeriums meinte ihrerseits, dass der Dienst nicht fähig gewesen wäre, diese Aufgabe allein zu stemmen.

„Connections“, ein Programm, das teilweise von der Adem übernommen wird, und zum Ziel hat, Flüchtlinge ins Arbeitsleben zu integrieren, feierte ebenfalls Erfolge. 250 Personen nahmen daran teil, 91 beteiligten sich an Praktika bei Unternehmen und 18 Personen wurden eingestellt.

Zahlreiche Maßnahmen übernommen

Seit September 2017 besteht nun bereits der „Parcours d’integration accompagné“ (PIA) der Regierung und übernimmt zahlreiche Erfahrungswerte und Konzepte, die seitens der Zivilgesellschaft umgesetzt wurden. Dies wird als eine Art Gütesiegel von den Organisationen empfunden. Die zum Ende diesen Jahres auslaufende Programme werden ab kommendem Jahr durch neue ersetzt. So wird „Connections4work“ sich auf das Beibringen des notwendigen Vokabulars für Berufsgruppen, die unter Fachkräftemangel leiden, konzentrieren. Der „Fonds Social Européen“ und das Arbeitsministerium beteiligen sich hier an der Finanzierung.

Auch die Sprachkurse werden verstärkt weiter angeboten. Neben dem Französischen soll hier in Zukunft auch das Luxemburgische angeboten werden. Ziel ist es, dieses Angebot auf jeden auszuweiten, nicht nur auf Flüchtlinge.

Gegenüber der sich noch in der Entstehung befindenden zukünftigen Regierung legt man die Hoffnung an den Tag, dass die Maßnahmen des PIA ausgebaut werden und sämtliche Ausländer, die in Luxemburg leben oder arbeiten, von ihnen profitieren können. Für das Jahr 2019 stehe man seitens der ASTI jedoch noch vor budgetären Herausforderungen, was die Arbeit erschwert.