LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

„La Projection du Passé“ von Andrés Lejona im Nationalarchiv

Der Europäische Monat der Fotografie (EMoP) trifft den Ausstellungsgänger mit der Faust ins Gesicht: 30 Ausstellungen warten darauf, besucht, kommentiert und diskutiert zu werden. Die Fotofans haben aber meistens mehr als einen Monat Zeit, um die Arbeiten der internationalen Künstler zu entdecken.

Den individuellen EMoP-Besuch kann man beispielsweise im Nationalarchiv starten, wo der gebürtige und in Luxemburg lebende Spanier Andrés Lejona seit zwei Tagen sieben Arbeiten zeigt, die das Ergebnis des „La Projection du Passé“- Auftrags sind. Das Archiv war an den Fotografen und Vielgereisten heran getreten, um für den EMoP ein Fotoprojekt auszuarbeiten, dies hat der Spanier dann vor Ort realisiert.

Die einzige aller EMoP-Ausstellungen, wo die Bilder am Ausstellungsort entstanden sind: Lejona hat des Nachts alte Fotografien und Dokumente aus dem Nationalarchivbestand an die Wände, Decken und Türen projiziert und fotografiert. Lejona hat Dokumente aus ihren Archivschränken herausgeholt, aus denen einige seit Jahrzehnten nicht mehr herausgekommen waren. Das Ergebnis seiner Nachtaufnahmen - die Fotos entstanden allesamt abends nach Büroschluss - sind fotografische Bauwerke.

Besonders die auf die Bauteile des Archivs projizierten, digitalisierten Dokumente transformieren die kahlen Räume der Institution in Kunstinstallationen, die luxemburgische Geschichte ins Jahr 2015 holen.

Für manche Arbeiten benötigte der Fotograf eine halbe bis eine Stunde, drei unterschiedliche Projektoren wurden von ihm benutzt. Die Arbeiten, die es nicht in die Ausstellung geschafft haben, zeigt Lejona in den kommenden Tagen auf seiner Homepage.


www. andreslejona.com, www.anlux.lu -

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai zu sehen