LUXEMBURG
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Lernender „Chatbot“ soll Bürgern besser durch den Behördendschungel helfen

Ein „Chatbot“ namens Poli soll Bürgern helfen, schneller Antworten auf ihre administrativen und verbraucherschutzrechtlichen Fragen zu bekommen. Das Pilotprojekt wurde gestern von Verbraucherschutzminister Fernand Etgen (DP) und Gilles Feith, dem Leiter des „Centre des Technologies de l‘Information de l‘Etat“ vorgestellt.

„Personal Operator for Usersof Luxembourgish Institutions“

Poli steht für „Personal Operator for Users of Luxembourgish Institutions“. Dem Roboter kann der Bürger Fragen stellen und er durchforstet dann das staatliche Informationsangebot auf der Suche nach Antworten. Wobei Poli auch gleich die Kontakte für weiterführende Fragen mitliefert.

Kann er die Frage nicht direkt beantworten, stellt der „Chatbot“ dem Antragsteller seinerseits Fragen, um näher an eine Antwort ranzukommen. Vor allem vermag Poli aber auch zu lernen. Dem nächsten Bürger, der eine ähnliche Frage stellt, kann er dann womöglich schon schneller antworten. „Machine Learning“ heißt das und bildet den Kern der so genannten „Personal Digital Assistants“ wie Alexa (Amazon) oder Siri (Apple). Wobei letztere Helfer schon sehr weit fortgeschritten sind, wie Gilles Feith betonte. „Die Technologie ist ausgetestet“, fügte er bei und schloss nicht aus, dass Poli auch irgendwann wird sprechen können.

Der „Chatbot“ soll nun erst einmal „wachsen“, sein Antwortenrepertoire soll größer werden, gleichzeitig sollen eine Menge weiterer Informationen eingespeist werden.

Für das Pilotprojekt wurden zunächst einmal die Bereiche Reisen, Telekommunikation und Handel ausgewählt.

Ihr Zug hat Verspätung? Sie wollen etwas über Ihre Rechte im Rahmen einer Produktgarantie wissen? Oder erfahren, wie das mit dem Roaming im Ausland ist? Fragen Sie Poli. Mit ihm kann man in einer ersten Phase auch nur ausschließlich auf Französisch kommunizieren. Aber das soll bald in mehreren Sprachen möglich sein.

„Wir haben hier eine offene Plattform, die es erlaubt, Poli beständig auszubauen“, erklärt Gilles Feith. Kann sein, dass der „Chatbot“ einmal in der Lage sein wird, das ganze guichet.lu zu durchforsten. Außerdem kann er über sämtliche digitalen Kanäle angesteuert werden (Whatsapp, Facebook Messenger, Skype...)

Das Verbraucherschutzministerum begleitet das innovative Projekt, das sich in die Regierungsstrategie „Digital Lëtzebuerg“ und die Bemühungen der Verwaltungsvereinfachung einreiht, mit rund 30.000 Euro. „In ganz Europa gibt es nichts Vergleichbares“, sagt Minister Etgen über das Projekt.
www.poli.guide