LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Die ersten Angebote gibt es diesen Monat in Luxemburg

Das Thema bewegt seit Monaten die Gemüter: 5G. Einerseits gilt es als der nächste große Schritt, der Kommunikation noch schneller machen soll und noch effizienter. Zehn Mal schneller soll der Datenfluss werden, zehn Mal mehr Daten transportieren können. Damit sind Filme in ein paar Sekunden zu laden und ganz neue Anwendungen werden möglich; in der Medizin, der Industrie oder beim autonomen Fahren. Notwendig wird 5G, weil alle immer mehr Daten nutzen und konsomieren und somit das 4G-Netz in spätestens drei Jahren an seine Grenzen stößt. Die neue Technologie soll aber auch Projekte wie autonomes Fahren voran bringen oder Start-ups nützen.
In Luxemburg hat Tango diese Woche bekannt gegeben, dass ab dem 23. Oktober seine Mobilfunkkunden 5G nutzen können; zunächst allerdings nur in der Hauptstadt. Auch die POST hält für diesen Monat erste Angebote bereit. Bis 2025 soll das ganze Land abgedeckt sein.
Andererseits regt sich dagegen Widerstand. In der ersten Oktoberwoche sorgte eine Petition gegen 5G für Diskussionen im Parlament. Die Autoren sehen die Technologie als gesundheitsgefährdend an. Es gab eine Diskussion unter den Abgeordneten, eine von vielen.
Und doch bleiben Fragen offen. So hat der adr-Abgeordnete Fernand Kartheiser Fragen zur Sicherheit von 5G an den Premier- und den Wirtschaftsminister gestellt. Premierminister Xavier Bettel verweist angesichts der Fragen darauf, dass er schon sehr ähnliche Fragen von den CSV-Deputierten Viviane Reding und Laurent Mosar erhalten habe. Was die nationale Sicherheit angeht, so arbeite Luxemburg eng mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten zusammen, die sich zu diesem Thema ohnehin zusammengetan und eine „EU-Toolbox“ erarbeitet hätten, die Maßnahmen zur Begrenzung des Sicherheitsrisikos enthalte.

Flächendeckend

Was Gefahren betrifft, die von militärischen, geheimdiensttechnischen oder terroristischen Quellen ausgeht, sind laut Bettel die betroffenen Akteure ohnehin eingebunden. Alle sicherheitsrelevanten Vorfälle seien ohnehin dem „Institut Luxembourgeois de Régulation“ zu melden. Im Niedrigfrequenzbereich von 700 MHz sei dies ohnehin kein Thema.
Das Ziel der Regierung ist klar: 5G flächendeckend im ganzen Land auszubauen. Parallel dazu wird auch das Glasfasernetz weiter ausgebaut. Bis 2023 will die POST 75 Prozent der Haushalte daran anschließen. Laut der POST wären langfristig dann alle Haushalte mit einem ultraschnellen Anschluss ausgestattet: ob nun durch Glasfaser oder im Einzelfall durch eine andere Technik, schreibt der Premierminister. 5G sei komplementär zum Glasfasernetz. Was den Mobilfunk angeht, so verweist die POST darauf, dass die verschiedenen Technologien einem ständigen Wandel unterliegen. Das führe auch dazu, dass ältere Normen außer Betrieb gestellt würden. So will die POST bis 2023 die 3G-Technologie ersetzten.
Um 5G zu nutzen ist es laut der Antwort Bettels nicht notwendig, diese durch Satelliten zu unterstützen. Doch die Satellitenunterstützung bleibe eine Option für die mobile Anbindung beispielsweise von Flugzeugen und Schiffen, deren Netz ansonsten schwierig abzudecken sei. Daher sei ein solcher Schritt nicht völlig auszuschließen.