CLAUDE KARGER

Der samstägliche „t“-Leitartikler analysiert das ehrliche Krankheitsbild, das dieser Tage der katholische Oberhirte in seiner Kurie zeichnete. „Geistliches Alzheimer“, „Geschwätzigkeit“, „existenzielle Schizophrenie“ hatte der Pontifex angeprangert und Armut gepredigt. „So ganz scheint sich der argentinische Newcomer demnach noch nicht durchsetzen zu können“, lautet die Diagnose des Autors, der bereits befürchtet, dass es Franziskus ergehen könne wie einst der Prunk-Gegner Johannes Paul I., der 1978 nach nur 33 Tagen im Amt das Zeitliche segnete. Das Gerücht, dass dabei nachgeholfen wurde, hält sich bis heute... Nun, auf jeden Fall dürfte der Kurs des Jesuiten Bergoglio nicht überall auf Gegenliebe stoßen. „Intern, in der Kurie, wie in manchen Kreisen des Episkopats ist unterdessen auch Rumoren über seinen neuen Stil und einen vermeintlich anderen Kirchenkurs zu vernehmen“, schreibt die Katholische Nachrichten-Agentur im „Wort“. Dem „t“ fällt indes auf, dass das hiesige Erzbistum sich mal „vornehm beobachtend“ zurückhält. Es habe denn auch zurzeit „andere Sorgen, als den Verzicht zu üben“. Kräftezehrend, der Kampf um „Pfarrergehälter, Präsenz in öffentlichen Schulen oder gesellschaftliche Mitsprache“. „Franziskus ist in Luxemburg noch nicht angekommen“, schlussfolgert der Autor. Gemach, es ist nur eine Frage der Zeit.