LUXEMBURG
MM

Frauen sind nach wie vor in Positionen der Entscheidungsebene der Unternehmen in Luxemburg unterrepräsentiert. Das ergab eine Umfrage unter privatwirtschaftlich geführten Unternehmen, die im Herbst 2015 vom Ministerium für Chancengleichheit in Auftrag gegeben wurde und vom Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER) durchgeführt wurde.

Lëtzebuerger Journal

Positiv festzustellen ist, dass den Daten nach die Zahl der Frauen in Verwaltungsräten, in der Unternehmensführung und auch bei den Arbeitnehmervertretungen steigt. Waren im Jahr 2000 nur 16 Prozent der Verwaltungsräte Frauen, so war die Zahl im Jahr 2015 immerhin auf 23 Prozent gestiegen. Allerdings machten Frauen gleichzeitig 39 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen aus, die einen Verwaltungsrat haben, wie LISER am Mittwoch mitteilte. Dieses Missverhältnis besteht ebenso in der Führungsetage von Unternehmen. Während letztes Jahr 27 Prozent der Betriebe mit weniger als 15 Mitarbeitern eine Chefin hatten, betrug der Frauenanteil bei den Mitarbeitern dieser Betriebe 43 Prozent. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte hat zwar verglichen zum Jahr 2011 (16 Prozent) deutlich zugenommen, sich allerdings seit 2011 nicht mehr weiterentwickelt, als der Anteil bereits 27 Prozent betrug. Interessanterweise ist das Missverhältnis bei Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern noch stärker ausgeprägt, denn hier stellten 2015 Frauen nur 19 Prozent der Unternehmensleitungen. Auch hier ist zwar laut LISER seit 2000 (elf Prozent) eine Steigerung zu sehen, aber seit 2011 (18 Prozent) stagniert der Anteil ebenso.

Mehrheit für gesetzliche Vorgaben

LISER führte die Untersuchung noch tiefergehender durch und untersuchte, wie Frauen überhaupt in Entscheidungsebenen von Firmen vertreten sind. Hier gab es seit dem Jahr 2000 nahezu keine Fortschritte, denn der Anteil stagniert in Unternehmen mit weniger als 15 Mitarbeitern bei knapp über 20 Prozent und bei solchen mit mehr als 15 Mitarbeitern bei rund 25 Prozent, während der Frauenanteil insgesamt in diesen Unternehmen aber 43 respektive 36 Prozent beträgt.

Besser sieht es übrigens bei den Arbeitnehmer-Organisationen auch nicht aus. Nur 27 Prozent der Vollmitglieder von Betriebsräten waren Frauen (im Jahr 2000 waren es 23 Prozent). Besonders selten bekleideten Frauen die Position des geschäftsführenden Direktors (25 Prozent) oder des stellvertretenden Direktors (26 Prozent), während sie gleichzeitig in diesen Betrieben 42 Prozent der Gleichstellungsbeauftragte stellten.

Und wie denkt man in den Unternehmen über Maßnahmen zur Förderung des Aufstiegs von Frauen in die Entscheidungsebene? Eine knappe Mehrheit von 40 Prozent der Unternehmen befürwortet gesetzliche wie auch freiwillige Maßnahmen: Der Anteil der Unternehmen, die dieser Meinung sind, hat von 2011 auf 2015 deutlich zugenommen: Von 33 auf 40 Prozent. 38 Prozent sind hingegen der Meinung, es bedürfe keiner gesetzlichen Regelungen. 16 Prozent sind weder für das eine noch das andere, sondern glauben, dass sich das Problem mit der Zeit selbst erledigen würde.