LUXEMBURG
FRÉDÉRIC HAUPERT

Seit 1945 kämpft die Organisation CARE weltweit gegen Not, Armut und Ungerechtigkeit. Da der Klimawandel diese Phänomene verschärft, hat die NGO auch ein spezielles Augenmerk auf den Kampf gegen die Erderwärmung gelegt. Unter ihr werden besonders Frauen und Mädchen leiden, wie ein rezenter Bericht der Organisation feststellt. Frédéric Haupert, der Direktor von CARE-Luxemburg erklärt.

„Während die Covid-19-Pandemie die Welt in Atem hält, dürfen wir nicht vergessen, dass der Klimawandel eine Bedrohung für die gesamte Menschheit ist. Trotz aller Absichtserklärungen steuern die aktuellen CO2-Emissionen immer noch auf eine Erderwärmung von bis zu vier Grad in den nächsten Jahrzehnten zu. Die Konsequenzen wären dramatisch.

Laut dem neuesten CARE-Bericht ,Evicted by climate change – Confronting the gendered impacts of climate-induced displacement‘ könnten dann bis 2070 rund drei Milliarden Menschen Sahara-ähnlicher Hitze ausgesetzt sein. Breite Landstriche würden unbewohnbar werden. Doch das geschieht längst: Bereits 2019 waren weltweit 23,4 Millionen Menschen durch klimatische Veränderungen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Der Klimawandel, dessen Konsequenzen heute vor allem ärmere Länder hart treffen, verstärkt bestehende Ungleichheiten. Auch die zwischen Männern und Frauen, wie der aktuelle Bericht darlegt. In den betroffenen Gesellschaften haben Frauen leider oft wenig zu sagen. Sie stehen in starken Abhängigkeitsverhältnissen zum anderen Geschlecht und verfügen über wenige eigene Ressourcen. Dabei tragen sie meist die Hauptlast der Familienpflege und oft auch der Familienversorgung. Noch wichtiger: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau durch eine Naturkatastrophe ihr Leben verliert, ist 14-mal größer als für einen Mann.

Die Erfahrung von CARE vor Ort zeigt, dass Frauen der Schlüssel zum Aufbau von Widerstandsfähigkeit sind, insbesondere in stark von der Klimakrise betroffenen Regionen. CARE setzt sich deshalb für ihre Unterstützung ein und wir rufen alle Entscheider dazu auf, das Gleiche zu tun. Sorgen wir dafür, dass Frauen und Mädchen eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen können.

Unterstützen wir deshalb entsprechende Finanzierungsprogramme. CARE möchte erreichen, dass mindestens 25 Prozent der Gelder für humanitäre Hilfe an lokale Organisationen gehen, die sich besonders der Förderung von Frauen und Mädchen verschrieben haben. Insgesamt fordern wir, dass der nationale und internationale institutionelle Rahmen besser auf den Kampf gegen den Klimawandel abgestimmt wird und auch die Rechte und die Zukunft der Menschen sichert, die wegen ihm fliehen müssen. Entscheidend dabei wird sein, dass Frauen ihren Platz in den Entscheidungsprozessen bekommen und die Bedürfnisse der gefährdetsten Gruppen respektiert werden.

Das alles erfordert einen steten Einsatz von Hilfsorganisationen, deren Hände ohne Spenden leider gebunden sind. Deshalb möchte ich diese Tribüne auch für einen Appell an die Spender nutzen. Jeder Euro schafft Perspektiven.“

k Mehr über CARE: www.care.lu