PASCAL STEINWACHS

Der brandneue CSV-Babo ist „positiv überrascht“, dass er trotz Nicht-Gegenkandidatur um die christsoziale Baboschaft so felsenklar brandneuer CSV-Kaiser geworden ist, hatte er doch, wie er jetzt gegenüber dem „Wort“-Politchef eingestand, wegen seiner „gewerkschaftlichen Wurzeln“ mit „mehr Gegenwind“ gerechnet. „75 Prozent Zustimmung lautete meine persönliche Zielsetzung“, so Marc Spautz, der dann schließlich mit 80,45 Prozent gewählt wurde. Die „Wort“-Editorialistin beeindruckt das allerdings herzlich wenig: „Immerhin ein Fünftel der Delegierten ist folglich der Meinung, dass Spautz nicht der geeignete Kandidat ist, um die ins Trudeln geratene Volkspartei wieder auf Vordermann zu bringen“.

Bei Mylène Wagner-Bianchy, die Syprolux-Generalsekretärin ist und CSV-Generalsekretärin werden wollte, haben die gewerkschaftlichen Wurzeln indes tatsächlich für viel Unheil gesorgt, bekam diese doch gerade einmal 19 (!) Stimmen. Für eine Partei, die laut Kongressresolution weiterhin darauf achten will, „dass die von ihr selbstvorgegebene Quotierung eingehalten wird“, gar nicht mal so schlecht. Frauenspersonen dürften sich in Zukunft dreimal überlege, in so einem Verein noch etwas werden zu wollen...