LUXEMBURG
LIZ MIKOS

LeDé Milestone und Miss Georgia Gray präsentieren neue Single „Bonnie & Clyde“

Zwei luxemburgische Künstler haben sich zusammengetan und erstmals auch eine luxemburgische Single herausgebracht. Eine Liebesgeschichte, wie keine andere dient als Inspiration. Frech und abenteuerlich: Bonnie und Clyde. Warum die luxemburgische Sprache auf einmal im Fokus steht, und wie es zur Zusammenarbeit kam, verraten LeDé Milestone und Miss Georgia Gray im Interview.

Wie würdest Du Leuten, die noch nichts von Dir gehört haben, Dein Projekt erklären?

LeDé Milestone Ich nenne es gerne ein Hybrid-Genre, eine Mischung aus Pop, Rap, Reggaeton und Dance: ein moderner Sound und alles auf Luxemburgisch. Vor allem ist es aber auch ein sehr sommerliches Projekt und perfekt für diese Zeit. Es ist tanzbar, positiv und erzählt natürlich eine Geschichte, mit der sich Leute vielleicht sogar ein bisschen identifizieren können.

Vor kurzem ist die Single „Bonnie & Clyde“ erschienen. Welche Idee steckt hinter dem Song?

LeDé Die Idee ist entstanden, als ich an meinem letzten Album „Delta“ gearbeitet habe. Ich habe über die Idee mit Jonathan Reichling gesprochen, mit dem ich auch zum Teil am Album gearbeitet habe. Ich hatte ihm vorgeschlagen, eine Single gemeinsam zu produzieren und so hat sich das dann langsam konkretisiert. Als wir uns dann zusammengesetzt haben, kam uns die Idee, noch eine Sängerin mit ins Boot zu nehmen, um das Ganze etwas peppiger und interessanter zu gestalten. Die Geschichte von Bonnie und Clyde haben wir gewählt, weil wir keine klassische Liebesgeschichte machen wollten. Wir wollten etwas mit mehr Kanten, etwas Freches.

Die Sängerin, die Ihr schlussendlich mit ins Boot geholt habt, ist Miss Georgia Gray. Wie kam es zu dieser Kollaboration? Kanntet Ihr Euch vorher?

LeDé Eigentlich sind wir darauf gekommen, mit Miss Georgia Gray zu arbeiten, weil sie auch schon mit Johnny an ihrem Album gearbeitet hat. Witzigerweise hat sie mich um denselben Dreh dann auf Facebook angeschrieben, weil sie wohl einige Singles meines Albums gehört hat.

So sind wir dann ins Gespräch gekommen, und ich konnte ihr den Song präsentieren. Ich habe ihr erklärt, welche Rolle sie übernehmen würde, und dass Johnny mit im Boot sei, was das Ganze dann natürlich etwas vereinfacht hat, weil die beiden sich schon kannten. Sie war total offen, und die Zusammenarbeit war sehr unkompliziert, weil wir gleich einen gemeinsamen Nenner gefunden haben. Kurz nach den ersten Gesprächen haben wir uns dann auch getroffen und die Single aufgenommen.

„Bonnie & Clyde“, wie auch LeDés gesamtes letztes Album, ist auf Luxemburgisch. Wie kam es dazu, dass Ihr Euch für Luxemburgisch entschieden habt statt Französisch oder in Miss Georgia Grays Fall Englisch?

Miss Georgia Gray Eigentlich ging es bei dieser Entscheidung hauptsächlich um die Leute. Wir sind beide immer wieder gefragt worden, ob wir auch mal etwas auf Luxemburgisch machen könnten. Für LeDé ist es natürlich auch seine Muttersprache, die er sehr schätzt, so kam dann die Idee, dass wir einfach mal über unsere Schatten springen.

LeDé Bei mir war es tatsächlich so, dass mich eigentlich der 90er Jahre HipHop mein Leben lang begleitet hat. Als ich dann aber 2015 mein letztes französisches Album rausgebracht habe, habe ich gemerkt, dass ich zwar einerseits zufrieden war, andererseits mir aber dieses Feuer gefehlt hat, das ich davor immer gespürt habe. Ich wollte etwas Neues ausprobieren und einen moderneren Sound. So hat sich bei mir dann nicht nur die Sprache, sondern auch der Sound verändert. Ich habe auch das Gefühl, dass die luxemburgische Sprache zurzeit einen Aufschwung erlebt, somit sehe ich es dann auch quasi als Mission, meine Muttersprache wieder mehr wertzuschätzen und den Leuten wieder näherzubringen. Mein Ziel war es, die Sprache, die eigentlich etwas härter und kantiger klingt, melodiöser darzustellen.

Du hast in den Medien öfters erwähnt, dass es bei Deinem Projekt um das Gefühl geht. Welches Gefühl willst Du vermitteln?

LeDé Ein Gefühl ist etwas sehr Abstraktes. Es ist nicht einfach, es nach außen zu tragen. In erster Linie geht es mir schon einmal darum, mein Gefühl selbst zu verarbeiten und musikalisch oder lyrisch umzusetzen. Wenn das geschafft ist, muss halt der Funke auf die Leute überspringen, deshalb versuche ich immer die Message positiv zu halten und einen guten Vibe zu vermitteln. Es hat sich immer mehr rauskristallisiert, dass die besten Songs die sind, bei denen wir einfach spontan waren, ein gutes Gefühl hatten und vielleicht auch nicht zu sehr darüber nachgedacht haben. Gedanken kann man sich immer noch machen, wenn der rohe Song bis steht. Dann geht es halt an den Feinschliff: Wie verpacken wir das jetzt? Das Wichtigste für mich war jetzt wirklich, aus einer bestimmten Situation heraus einfach etwas zu kreieren was spontan war, einen guten Vibe hatte, und wo das Gefühl dann auch transportiert wurde.

Sind in Zukunft noch größere Auftritte geplant, oder vielleicht sogar weitere Kollaborationen?

Miss Georgia Gray Wir versuchen auf jeden Fall gerade dafür zu sorgen, dass wir noch mehrere gemeinsame Auftritte haben, um die Single vorzustellen. Am 20. Juli sind wir zum Beispiel in Düdelingen im Why Not zusammen aufgetreten. Ich will auch, wenn ich jetzt Konzerte gebe, dass ich LeDé da mit einbringen kann, und dass wir vielleicht noch weitere gemeinsame Songs fertigstellen. Wir haben auf jeden Fall noch ein Musikvideo zur aktuellen Single in Planung und haben vor, die Kollaboration noch weiter auszubauen.