PASCAL STEINWACHS

Nicht nur haben wir nun schon seit einem Jahr dieses Blau-Rot-Grün-Dings, nein, vor einem Jahr wurde auch der Heilige Stuhl inthronisiert, und das ließ die Erzbistumszeitung gestern derart heftig frohlocken, dass sie diesem Ereignis gleich vier Seiten samt Leitartikel („Der Weltpfarrer“) widmete. „Ein Papst, wie ein großer Bruder“, riesenüberschriftet das „Wort“ dann auch auf seiner Titelseite, wobei uns aber aus gewöhnlich bestens informierten Kreisen zugetragen wurde, dass die größeren Brüder gemeinhin diejenigen sind, die den jüngeren Geschwistern ihr sauer erbetteltes Taschengeld wegnehmen, und mit denen auch sonst eher nicht zu spaßen ist.

Der von der Zeitung befragte Pater, von dem der Große-Bruder-Spruch stammt, ist jedenfalls hellauf begeistert, wie ebenfalls der Leitartikelmensch, dem es vor allem die Sprache des Latino-Papstes angetan hat: „Eine freie Sprache, und eine Sprache, die befreit, das ist das wohl auffallendste Attribut, das man dem Papst zuschreiben muss“. Wobei uns aber Leute bekannt sind, die noch arg viel freier sprechen als Franziskus, so z.B. good old Ernst Jandl: „chtzngrmm schtzngrmm t-t-t-t t-t-t-t grrrmmmmm t-t-t-t...“ (aus „schtzngrmm“).