LUXEMBURG
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Für 452 Millionen Euro: CFL eröffnet neue zweigleisige Talbrücke Pulvermühle

Die Eisenbahngesellschaft CFL investiert in ihre Infrastrukturen - damit „hochwertige Dienstleistungen“ für die Kunden angeboten werden können. So sprach das Unternehmen von einer „Qualitätsrevolution“, denn seit 2013 und noch bis 2023 will die CFL fast vier Milliarden Euro für diese Zusage investieren. Doch ganz ohne leichte Einschränkungen geht dies nicht. So ist es nach Unternehmensangaben unumgänglich, das Schienennetz kontinuierlich in Stand zu halten, zu modernisieren und auszubauen, was mit sich bringe, dass Sperrungen bestimmter Streckenabschnitte die Folge seien, um einen „raschen und sicheren Ablauf der Arbeiten“ zu gewährleisten.

242 Meter lange neue Brücke

So nun auch im Bereich Pulvermühle Viaduc geschehen - mit Baubeginn 2009. Die neue Talbrücke mit einer Länge von etwa 242 Metern trägt nun zwei neue Gleise, wobei der Bau der zweiten Eisenbahn-Talbrücke neben der alten Talbrücke drei getrennte Bauwerke umfasst, wie von Generaldirektor Marc Wengler präzisiert wurde, der gestern zur Eröffnungsfahrt auch Minister Francois Bausch (déi gréng) begrüßen konnte.

Bei den Bauwerken handelt es sich zum einem um die neue Talbrücke mit zwei neuen Gleisen mit einem Gleisabstand von 4,60 Metern. Die Längsachse des Bauwerks verläuft parallel zu der bestehenden Talbrücke, wie es von den Verantwortlichen heißt. Zum anderen gibt es das Stützmauerwerk von 275 Metern Länge, was die Verlängerung der beiden neuen, auf der neuen Talbrücke verlegten Gleise und ihren Anschluss an die Trasse der bestehenden Gleise der Strecke von Luxemburg nach Wasserbillig ermöglicht. „Da es nicht möglich war, die Stützmauer durch eine Abböschung zu verbreitern, wurde die Errichtung eines Bauwerks auf der Böschungskrone erforderlich, das aus einem trapezförmigen geschlossenen Senkkasten aus Stahlbeton besteht“, wie CFL informiert. Und wegen der geringen Tragfähigkeit des Körpers des Böschungspflasters wurde dieses zuvor horizontal verdichtet, womit das gesamte neue Bauwerk auf zwei Reihen von Bohrpfählen aus Stahlbeton in großer Tiefe - bis zu 35 Metern lang - ruht, so die Präzision der Eisenbahngesellschaft.

Bahnhöfe neu gestaltet

Der dritte Bauabschnitt war das bestehende Straßenbauwerk an der Nordausfahrt des Bahnhofs Luxemburg.

Das nördliche Tunnelportal des neuen Bauwerks wurde architektonisch aufbereitet und wird mit gemauerten Natursteinelementen aus Ernzener Sandstein verblendet. Die Fugen werden eingefräst, und die Stirnseite wird gespalten. Durch Stützmauern wird das Bauwerk verlängert und an die neue Talbrücke angeschlossen.

In diesem Zusammenhang wurde dann auch der Bahnhof Sandweiler-Contern entsprechend neu gestaltet beziehungsweise um einige hundert Meter versetzt. So wurde beispielsweise ein Zugang für die Mitarbeiter in der Industriezone bei DuPont de Nemours oder auch Kühne&Nagel ermöglicht. Der neue Parkplatz, der nun eingerichtet wurde, bietet Platz für 35 Fahrzeuge. Wie auch im Bereich der Haltestelle Cents-Hamm, die ebenfalls in diesem Zusammenhang modernisiert wurde, verfügt nun Sandweiler-Contern über das Label „Eure-Welcome“ als auch über eine mBox. Darüber hinaus wurden die Anzeige- und Ansagesysteme Auris-mäßig angepasst, das heißt, mit dem automatischen Reisenden-Informations-System gekoppelt.