LUXEMBURG
SVEN WOHL

Koko47 startet von Berlin aus mit ihrer ersten Single durch

Es passiert nicht alle Tage, dass eine junge Luxemburgerin von der deutschen Hauptstadt aus luxemburgische Rapmusik produziert. Koko47 (21) veröffentlichte vor einigen Wochen die Single „In Love With The Koko“ samt passendem Musikvideo. Wir haben uns mit ihr über ihre Musik, Berlin und ihre Zukunft unterhalten.

Hattest Du schon länger vor, zu rappen, oder kam das eher spontan?

Es war eher eine spontane Entscheidung. Ich hatte eigentlich nicht vor, selbst in die Musik- oder Rapszene einzusteigen. Aber die Möglichkeit hat sich spontan ergeben und ich habe sie auch genutzt.
Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit dem Produzenten TSODOR gekommen?
Der Kontakt zu diesem Produzenten aus Berlin ist über einen guten Freund von mir entstanden. Er hat auch ein Diplom in der Musikproduktion und im Soundengineering – er produziert Musik hauptberuflich. Durch die Freundschaft kam es dann auch zur Zusammenarbeit.

Das Studium im „Media & Music Management“ hat also durchaus mit diesen Gehversuchen in der Musik zu tun?

Genau, mein Studium hat mich daran herangeführt. Es erlaubt mir, einen anderen Einblick in die ganze Musikindustrie zu erhalten. Dazu kommt, dass Berlin der perfekte Hotspot für neue Künstler ist, die etwas Neues ausprobieren wollen. Das Studium unterstützt das. Ich arbeite außerdem bei einem Major Label in Berlin, was mir die Möglichkeit gibt, noch weitere musikalische Erfahrungen zu sammeln.

Wie bist Du mit dem Genre in Kontakt gekommen?

Rap höre ich allgemein relativ viel – auch privat. Nicht nur luxemburgischen Rap, sondern auch internationalen. Was luxemburgischen Rap angeht, höre ich die bekannten Beispiele wie die Stayfou Gang, Turnup Tun und Tommek, der ja auch mein Cousin ist. Ich höre es gerne, weil es meinen Musikgeschmack trifft. Deshalb war die Richtung auch gleich das erste, was mich angesprochen hat, um es selbst zu produzieren.

Du rappst auf Luxemburgisch – welche Vorteile und Herausforderungen bringt das mit sich?

Wenn man die Sprachen mischt, englische und deutsche Begriffe einsetzt, fällt es einem leichter, Wörter zu finden, die zueinander passen und aufeinander abgestimmt sind. Man kann viel mehr mit den Wörtern jonglieren, wie vielleicht in anderen Sprachen.

Du richtest Dich an junge Frauen. Was willst Du ihnen mitteilen?

Ich möchte zeigen, dass ich nicht die typische Gangsterrapperin bin. Ich will einfach jungen Frauen, Mädchen und  jungen Leuten mitgeben, dass sie sich trauen sollen, ein musikalisches oder künstlerisches Projekt anzugehen. Ich habe mich das auch erst dann getraut, als ich in Berlin gesehen habe, wie frei und offen ich sein kann. Erst hier habe ich mich zum ersten Mal vor ein Mikro getraut. Man soll sich von den Gedanken befreien, dass man verklemmt ist und auch nichts darauf geben, was andere von einem denken. Persönlich hatte ich das in meiner Jugend nicht von einem anderen Mädchen vorgelebt bekommen.

Hättest Du diese Hemmungen immer noch, wenn Du in Luxemburg geblieben wärst?

Ich denke schon. Berlin ist eine Stadt, die mir gezeigt hat, dass ich keine Hemmungen haben muss. Die Menschen hier haben eine andere Mentalität, sind offener für alles. In Luxemburg habe ich das Gefühl, dass viele Angst haben, den ersten Schritt zu wagen, weil sie nicht wissen, was einen erwartet. Auch, weil sie in dem kleinen Land nicht anonym sind. Berlin hat mir diese Möglichkeit gegeben und mir gezeigt, dass das klappen kann. Das hat mir die Angst genommen.

Wie war die Reaktion auf die Musik?

Sowohl auf das Lied als auch auf das Video habe ich Feedback erhalten. Ich bin erstaunt, wie gut es bei den Leuten ankommt. Die Reichweite wächst ständig und ich kann das positive Feedback nur schwer realisieren. Privatnachrichten, die ich erhalten habe, motivieren mich auch, weiter zu machen.

Wie sieht Deine Zukunft aus?

Ich möchte noch ein paar Singles veröffentlichen. Ein Album ist aktuell nicht geplant, kann sich aber in einem Jahr ergeben. Allgemein möchte ich die Leute im Ungewissen halten – das macht das Ganze auch spannend.
Die Rapperin auf Instagram: @koko47official