Peter Kruder und Richard Dorfmeister gelten als die Wegbereiter des so genannten europäischen Loungesound, der Ende der Neunziger Jahre seinen Siegeszug in den Clubs der Metropolen begann. Ihre Doppel-Mix-CD namens „The K&D Sessions“, die Downtempo-Mixes mehr oder minder bekannter Titel von Roni Size, Depeche Mode oder den Sofa Surfers enthielt, bescherte dem Duo vor der Jahrtausendwende Verkaufszahlen in sechsstelliger Höhe.
Peter Kruder, der heute Abend im Rahmen der „End of Season-Party“ der Philharmonie auflegt, erklärt, dass das Format der Mix-CD heutzutage mehr und mehr in den Hintergrund wandere und Reihen wie die vom Berliner Label K7 initiierte „DJ-Kicks“ an Stellenwert verlieren, da sich die Hörer - wie er übrigens auch - die meisten Remixe im Internet auf Plattformen wie Soundcloud anhören würden.
Aufgrund solcher Plattformen verfallen junge Musiker immer wieder dem Irrglauben, ihre Stücke in Eigenregie ohne die Unterstützung eines Labels veröffentlichen zu können. Laut Kruder, Teilhaber am Label „G-Stone“, sei ein Künstler selten in der Lage, seine Arbeit mit Abstand zu beurteilen, „das kann ein Label allerdings sehr gut“. Kruder räumt ein, dass es auch für etablierte Labels wie sein eigenes nicht immer einfach sei, wirtschaftlich über die Runden zu kommen, da von einer Platte insgesamt immer weniger Exemplare verkauft werden würden. „Wenn du heute als Label eine neue Platte herausbringst, und in zwei Tagen stellt jemand die Tracks zum Downloaden ins Netz, dann ist das schon ein Problem.“
Gefragter Remixer
Da es heutzutage relativ einfach ist, eine Platte in Eigenregie zu veröffentlichen, wird der Markt nahezu von Produktionen überschwemmt, die nicht zu 100% ausgereift oder für den Hörer nur bedingt interessant sind. Er veröffentliche ausschließlich Material, von dem er zu 100% überzeugt sei, so der Österreicher, meistens in Form von EPs.
„Ich könnte locker pro Jahr ein komplettes Album releasen, vielleicht sogar noch mehr“. Kruder legt sich jedoch eine Art freiwillige Selbstkontrolle auf, da er sich nicht am Erguss von schlechten Tracks beteiligen möchte. Peter Kruder ist auch anno 2013 ein gefragter Remixer: „Es melden sich immer wieder Leute bei mir, über Freunde oder Facebook. Ich höre mir ihre Sachen an, betrachte das Projekt in seiner Gesamtheit und entscheide dann, ob ich ein Mix mache oder nicht“.
Für heute Abend möchte sich Kruder nicht auf eine musikalische Richtung festlegen, die Tracks würden sich irgendwo zwischen 0 und 170 BPM bewegen.


