LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Sieben Prozent aller Europäer können es sich nicht leisten, im Winter zu heizen

Es ist Winter, also werfen wir die Heizung an. Die Zentralheizung gilt hierzulande und in Mitteleuropa als Standard - in der Regel mit Gas oder Heizöl betrieben. Die modernen Alternativen dazu heißen Wärmepumpe (meistens Erdwärmepumpen) oder Fernheizung aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das gleichzeitig Wärme und Strom für einen Wohnblock oder eine Siedlung produziert. Weniger bequem sind Ofenheizungen, selbst Kachelöfen wollen beständig gefüttert sein. Heizen mit Strom lohnt sich nur dort wo es Strom im Überfluss zu niedrigen Preisen gibt: In Norwegen aus Wasserkraft, in Frankreich aus Atomkraftwerken. Alles mehr oder minder selbstverständlich.

Leider ist die Situation nicht für alle Europäer so heimelig warm. Es gibt Menschen in Europa, denen fehlen die Mittel, um im Winzer zu heizen, das geht aus gestern veröffentlichtem Zahlenwerk von Eurostat, dem statistischen Amt der EU hervor. Das Amt erfasst jedes Jahr unter dem Kürzel Daten über Einkommen und Lebensbedingungen in der EU und in assoziierten Staaten.

Allerdings hat sich die Situation über den Verlauf der letzten Jahre gebessert. Noch 2012 gaben elf (!) Prozent der EU-Bevölkerung an, dass sie es sich nicht leisten können, ihr Haus oder ihre Wohnung ausreichend zu heizen. Von diesem „statistischen Höhepunkt“ (Zitat Eurostat) ist die Zahl derjenigen, die aus finanziellen Gründen frieren müssen, bis 2018 auf sieben Prozent gesunken.

Wie immer in der Europäischen Union stellt sich die Situation sehr heterogen dar, bedingt auch durch geografische Vorbedingungen. Die meisten Menschen, die sich laut Statistik keine ausreichende Heizung leisten können, leben in Bulgarien. Der Anteil von 34 Prozent entspricht einem Drittel der Bevölkerung. Besonders erstaunlich ist, dass ausgerechnet in einem Land mit einem kontinentalen Klima mit bitterkalten Wintern, nämlich Litauen, 28 Prozent der Einwohner aus finanziellen Gründen frieren müssen. Dahinter folgen Griechenland (23 Prozent), Zypern (22 Prozent), Portugal (19 Prozent) und Italien (14 Prozent).

In Österreich, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden, Estland und Schweden liegt der Prozentsatz derjenigen, die am Heizen sparen müssen, bei nur zwei Prozent.