BARTRINGEN
JEFF KARIER

Jerry Wagner möchte mit seiner Saftbar „Apothecary“ neue Geschmackserlebnisse bieten

Die Aromen und Inhaltstoffe werden durch das kalte Pressen bewahrt“, erklärt Jerry Wagner, Gründer und Geschäftsführer von „Apothecary“, der ersten „cold pressed juicery“ Luxemburgs. Denn hier wird der Saft durch eine hydraulische Presse gewonnen. Bei den meisten Saftpressen kommt hingegen eine Zentrifuge zum Einsatz, wodurch aber auch Wärme entsteht. Dadurch wird auch der Saft erhitzt, was wiederum negativen Einfluss auf Vitamine, Mineralien und andere Inhaltsstoffe habe.

Neues ausprobieren

Die Idee einer Bar, die nur kaltgepresste Säfte anbietet, hatte Wagner gemeinsam mit seiner Frau vor rund eineinhalb Jahren. „Wir wollen durch die Kombination von Obst und Gemüse neue Geschmackserlebnisse schaffen und die Leute dazu verführen, Neues auszuprobieren.“ Somit bekommt man bei der „Apothecary“ keinen frischgepressten Orangensaft, sondern eher ausgefallenere Kreationen. So treffen etwa bei dem „The Haeart“ getauften Saft Rote Beete, auf Himbeeren, Apfel, Orange und Rosenwasser. Was eigenwillig klingt, schmeckt jedoch sehr Lecker. Die Inspiration für die verschiedenen Kombinationen, hat das Paar in erster Linie durch das Reisen bekommen und ist auch sonst immer auf der Suche nach neuen Aromen. „Wir testen die neuen Säfte immer unter Freunden und Familie.“ So stehen die ersten Sommerkreationen bereits.

Passend zur Jahreszeit

Seit fast nun fast einem Monat kann man die kaltgepressten Säfte im neuen Teil der City Concorde finden. „Anfangs wollten wir über einen Truck unsere Säfte verkaufen“ erinnert sich Wagner. Nachdem er mit Max Koster, dem Geschäftsführer der City Concorde über seine Idee geredet hatte, schlug dieser ihm vor in dem Einkaufszentrum sein Konzept umzusetzen. Hier könne er auch effektiver und unkomplizierter arbeiten, als in einem Food Truck. Besonders die Lagerung der Früchte und des Gemüses ist einfacherer. „Es besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass wir in Zukunft ergänzend mit einem Truck, etwa auf Festivals sein werden und unsere hier produzierten Säfte verkaufen“, meint Wagner.

Zu Auswahl stehen aktuell fünf verschiedene Säfte. Diese werden täglich vor Ort frisch zubereitet und sind bei kühler Lagerung je nach Saft drei Tage haltbar. „Wir passen uns je Jahreszeiten an und tauschen so immer wieder Säfte aus. Hinzu kommt, dass wir nur Bio-Produkte verwenden“, betont Wagner und meint wieder: „Wir kaufen dabei nur Produkte aus Europa. Wenn also ein Obst oder Gemüse aktuell nicht in Euro Saison hat, tauschen wir den Saft aus.“ Eine Ausnahme ist dabei jedoch Ananas, die importiert werden muss. Aber auch die ist laut Wagner immerhin Bio.

Ein solcher Saft kostet je nach verwendet Obst und Gemüse rund sechs Euro. Die verwendeten Flaschen fassen 330 Milliliter, bestehen aus Glas und haben einen Drehverschluss aus Metall. „Somit sind diese wiederverwertbar, was aber auch einer der Gründe für den Preis ist. Wir verwenden außerdem Strohhalme aus Papier und nicht aus Plastik.“ Denn Teil des Konzepts sei es auch, nachhaltig zu arbeiten.

Neben den Säften gibt es außerdem noch frische Smoothies und Schotts. Letztere kosten 1,50 bis 2,50 Euro, haben dabei jedoch bislang noch einen Drehverschluss aus Plastik. „Außerdem verkaufen wir Kombucha der Marke Boo Chi sowie Muffins und Bananenbrot von Glow aus Bonneweg“, erklärt der Geschäftsführer. Demnächst ergänzen sogenannte Mylks, selbst hergestellte Getränke aus Cashewnüssen und Mandeln, die Milch ähneln und eine vegane Alternative darstellen.

Bis vor die Haustür

Aktuell können die Kunden die Säfte und anderen Produkte nur in der Saftbar kaufen. Allerdings soll ab Januar nächsten Jahres auch der Onlineverkauf mit Lieferung nach Hause oder ins Büro möglich sein. „Das war von Anfang an Teil des Konzepts. Wir wollten allerdings noch etwas damit warten und uns erst einarbeiten, bevor diesen Schritt machen“, begründet Wagner das Vorgehen. Geliefert werden dann jedoch in einer ersten Phase nur nach Bartringen, Leudelingen und die Hauptstadt. „Allerdings wird es einen Mindestbestellwert von 25 Euro geben.“ In naher Zukunft wird außerdem eine weitere Presse hinzukommen, die die Arbeit von Wagner und seinem Team erleichtern und die Kapazitäten erhöhen wird.


Alle weiteren Informationen finden Sie unter www.apothecary.lu