PARIS
RICHARD WEISS (BLOOMBERG)

Das Management und die größten Aktionäre wollen Club Meditérranée SA übernehmen

Wie der Verwaltungsrat des französischen Anbieters von Clubreisen am Montag in Paris mitteilte, hat er ein freundliches Angebot für einen Buyout erhalten, in dem das Unternehmen mit 540 Mio. Euro bewertet wird.

Die Bieter offerieren einen Kaufpreis in Höhe von 17 Euro je Aktie. Das entspricht einer Prämie von 23 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Die Aktie von Club Med verteuerte sich daraufhin im Handel an Börse in Paris um bis zu 25 Prozent - der größte Kurssprung seit über 20 Jahren. Gegen Mittag notierte die Aktie mit 17,02 Euro 22,9 Prozent höher.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir zusammen mit Axa und dem Management über die Mittel verfügen, um kurzfristige Unsicherheiten zu überwinden und die Entwicklung von Club Med zu unterstützen, insbesondere in Asien, und die Position in Europa zu konsolidieren“, sagte Qian Jiannong, verantwortlich für Investmententscheidungen bei Fosun Group., der Muttergesellschaft von Fosun International in Schanghai.Mehr Kunden aus dem Reich der Mitte

Vorstandschef Henri Giscard D’Estaing, der Club Med seit 2002 leitet, versucht das Geschäft mit einem Ausbau der Kundenzahlen in China anzutreiben. Innerhalb von drei Jahren soll sich die Zahl der chinesischen Kunden mehr als verdoppeln, da der Wohlstand in der Region schneller zunimmt als anderswo. Parallel zur Expansion in Asien hat der Sohn des früheren französischen Präsidenten Valéry Giscard D’Estaing Club-Med- Dörfer in Europa geschlossen.

Club Med hat in acht der vergangenen 13 Jahre Verlust gemacht, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.
Am Montag berichtete das Unternehmen für das erste Geschäftshalbjahr einen Nettogewinn in Höhe von
18 Mio. Euro.

Die Bemühungen zur Stärkung des Geschäfts sollen der heutigen Mitteilung zufolge intensiviert werden, wobei der französische Markt „schwierig“ bleibe und vor einer Konsolidierung stehe, während Club Med in aufstrebenden Schwellenländern neue Club-Dörfer eröffnen werde.

Der Verwaltungsrat will ein Komitee einsetzen das bei der Offerte beraten soll. Wenn die Transaktion zustande kommt, wäre sie die größte Akquisition eines Reiseunternehmens seit fast zwei Jahren.

Die Offerte kommt aber nur zum Tragen, wenn den Bietern so viele Aktien angedient werden, dass sie 50 Prozent vom Club kontrollieren. Fosun, ein Mischkonzern, hält fast zehn Prozent an Club Med, Axa besitzt 9,37 Prozent.

Als Reaktion auf die Buyout-Offerte hat der Verwaltungsrat von Club Med ein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt, ebenso eine Liquiditätsvereinbarung aus dem Jahr 2007 mit Natixis Securities.

Axa Private Equity und Fosun wurden von der französischen Großbank Société Générale SA beraten.