LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Zukunft gesichert: Neue Spitze der „Agence luxembourgeoise d’action culturelle“ vorgestellt

Die Zukunft der 1996 gegründeten Schnittstellen-Agentur im Kulturbereich „Agence luxembourgeoise d’action culturelle“ (Alac) war eine Zeitlang relativ ungewiss. Bereits im März hatten das Kulturministerium und die Stadt Luxemburg allerdings in einem Schreiben mitteilen lassen, dass die Aktivitäten der Kulturagentur wie gehabt weitergeführt würden, es jedoch zu einigen Änderungen käme. Die Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen Direktor Jean Reitz hatte damals Priorität. Luc Henzig fungierte zwölf Monate lang als Interimsdirektor.

Luc Wagner und Conny Schneider übernehmen

Gestern wurde das Geheimnis um den neuen Direktor gelüftet: Er heißt Luc Wagner und war zuletzt als Projektkoordinator bei „4motion asbl“ und zuvor als Direktor bei Radio Latina tätig. Ihm zur Seite wird Conny Schneider als beigeordnete Direktorin stehen.

50 Kandidaten hatten sich auf die freien Posten gemeldet, wie Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer gestern während einer Pressekonferenz wissen ließ. „Jetzt haben wir ein gutes Tandem gefunden, um die Agentur weiterzuführen“, freute sie sich. Der Verwaltungsrat der Alac bleibt weiterhin paritätisch - Staat/Stadt - besetzt, wird aber um jeweils eine Person von beiden Seiten verstärkt.

1996 als Schnittstellen-Agentur gegründet

Die „Agence luxembourgeoise d’action culturelle“ wurde 1996 gegründet, um die kulturelle Zusammenarbeit, die 1995, als Luxemburg erstmals europäische Kulturhauptstadt war, begonnen wurde, weiterzuführen. „Nun wird ein neues Kapitel in der Geschichte der Alac aufgeschlagen. Neu aufgestellt, kann die Agentur jetzt unter neuem Elan als bestmögliches Instrument genutzt werden“, sagte Kulturstaatssekretär Guy Arendt und listete die ganze Bandbreite der Alac-Aktivitäten auf. Dazu gehört die Verwaltung der Internetseite culture.lu als unumgängliche Informationsquelle sowie der Plattform plurio.net als wichtige Datenbank. In den Aufgabenbereich der Alac fallen außerdem die Leitung der Ticketplattform LuxembourgTicket sowie die Verwaltung des „Cercle Cité“.

Auf europäischer und großregionaler Ebene liegt noch dazu die Interessenvertretung der Luxemburger Kulturszene (Relais Culture Europe-Luxembourg) in den Händen der Agentur. Letztendlich geht es darum, Partner unterschiedlichster Art zusammenzuführen.

Neue Spitze will manches in Frage stellen

„Die Dienstleistungen, die bereits bestehen, werden weitergeführt. In einer ersten Phase geht es uns nun darum, das alles kennenzulernen, und durch den externen Blick, den wir jetzt noch haben, auch unter die Lupe zu nehmen. Wir werden uns gezielt damit beschäftigen, bestehende Kooperationen weiterzuführen, aber zugleich neue zu finden. Mit anderen kulturellen Akteuren in Dialog zu treten, ist eine weitere Aufgabe“, erklärte der neue Direktor Luc Wagner. Dem schloss sich die beigeordnete Direktorin Conny Schneider an: „Manches werden wir sicherlich in Frage stellen und auch neue Projekte anvisieren“. „Wenn man eine solche Aufgabe übernimmt, ist es üblich, einiges in Frage zu stellen, das ist aber nicht als Kritik gedacht, sondern manchmal wichtig, um möglicherweise Bestehendes zu optimieren“, fügte Wagner hinzu.

„Billeterie“-Mannschaft verstärkt

Insbesondere die „Billeterie“ hatte zuletzt nicht mehr zufriedenstellend funktioniert, was manche große Häuser dazu bewegt hatte, sich aus dem Angebot zurückzuziehen. Auch das soll sich nun ändern. Wie Bürgermeisterin Polfer informierte, sei eine zusätzlich Person eingestellt worden, um dafür Sorge zu tragen. Man hoffe, die großen Institutionen bald zurückzugewinnen.

Konkrete neue Projekte seien bislang nicht geplant, bemerkte Wagner am Ende, hob aber den Willen der Alac hervor, als eine Art Schnellboot zwischen den größeren Apparaten - die Stadt Luxemburg einerseits und das Kulturministerium andererseits - zur Verfügung zu stehen und den beiden Häusern zur Hand zu gehen, wenn etwas im kulturellen Bereich auf die Beine gestellt werden soll.