CLAUDE KARGER

„Die Neuauflage der Dreierkoalition wird keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe mit einer Portion gegenseitiger Sympathie“. orakelte gestern die „Wort“-Leitartiklerin und erwartet sich ein „vages“ Koalitionsabkommen mit einer noch stärker „am politischen Tagesgeschäft“ orientierten Politik.

Dass bei den Verhandlungen Wasser in Weine gekippt werden muss, scheint klar, aber warum soll da nicht am Ende ein präziser Fahrplan für die kommenden fünf Jahre rauskommen?

Schließlich haben die drei das auch 2013 schon fertig gebracht, unter schwierigeren Bedingungen und drögeren Perspektiven als derzeit. Kein Anlass zum
Pessimismus also. Arg pessimistisch zeigte sich der „Revue“-Editorialist diese Woche über die Erneuerung in den Parteien und insbesondere in den Reihen der Christsozialen. Schon zahlreiche der 21 gewählten Mandatsträger seien „nicht gerade der Inbegriff einer geglückten Frischzellenkur“ , sondern eher „alte CSV-Haudegen (...) bei denen die Abnutzungserscheinungen ähnlich deutlich zu erkennen sind, wie die Dellen und Rostflecken an einem 20 Jahre alten Renault Twingo“. Da kann man polieren, wie man will... Aber Aufbauarbeit tut nicht nur bei den Christsozialen Not.