Wenn die halbe Stadt wieder arg nach Würsten und noch ärger nach Frittenfett stinkt, ist endlich wieder Oktav, und was gibt es in dieser Zeit Schöneres, als dem Oktavprediger bei seiner Predigt zuzuhören. Diesjähriger Hauptprediger ist kein Geringerer als Dompropst und „Wort“-Direktor Georges Hellinghausen, und der ließ seine zweite Oktavpredigt praktischerweise gestern in seiner Zeitung abdrucken.

Nach einem tollen Zitat des Geigenbauers Martin Schleske („Zeige mir, was tust, und ich sage dir, was du glaubst“), der den Glauben mit einer Geige vergleicht, kommt Hellinghausen direkt zur Sache, sei er doch „wie ein Instrument in der Hand Gottes“. Denn: „Er und ich spielen zusammen. Er ist der Virtuose, und ich als Instrument bringe meine Verfasstheit, meine Geschichte, mein Wesen, auch meine Knoten mit ins Spiel.“ Dabei sei er, Hellinghausen, „kein anonymer Spielautomat, sondern ein richtiger Player, ein authentisches Instrument, auf dem Gott die Melodie vom Leben spielt - er mit mir und ich mit ihm“.

Wer jetzt noch nicht verstanden hat, was Glaube ist, dem ist wirklich nicht zu helfen. Und die Mettwurscht auf dem Mäertchen schmeckt direkt besser...