CLAUDE KARGER

Dass diverse Inselmenschen wenig Spass verstehen, wenn es um Europadinge geht, offenbarte am Wochenende wieder einmal die euroskeptische „Daily Mail“ aus dem noch Vereinigten Königreich. Da hatte der EU-Kommissionspräsident vergangene Woche geschäkert: „Ich bin kein britischer Premierminister. Es wäre gut für Großbritannien, wenn ich es wäre“ und das Blatt wertete die humorvolle Einlage nicht nur geradeheraus als Angeberei, sondern befragte auch noch allerlei natürlich euroskeptische Exponenten. „Ich würde Juncker nicht mal mein Weinregal anvertrauen“, hyperventilierte Tory-Mann Nigel Evans, während sein Kollege Jacob Rees-Mogg meinte, über ein Land zu herrschen, das halb so viele Bürger wie Birmingham zählt, wäre mehr so die Liga des Kommissionsbosses... „Wir wären alle besser dran, wenn Herr Juncker Premierminister von Luxemburg geblieben wäre“. Äh, nein. Vielleicht sollten wir die beiden steifen Konservativen mal zur Fastnacht ins Ländchen einladen, damit sie beobachten könnten, wie frohsinnig da die Gäule mit manchen Politikern ordentlich durchdrehen. In Lamadeleine gingen am Wochenende etwa Hoppe Misch W. und der CSV-Boss mit lauter erlegten (Plüsch)-Bären am Frack so richtig unter die Decke. Lustig. Aber unser Weinregal würden wir ihnen trotzdem nicht anvertrauen...