CLAUDE KARGER

Voller Einsatz für manche Politiker an diesem Wochenende, wo mancherorts groß fürs Frühjahr geputzt wurde. Wie in Bad Mondorf, wo es sich der Premier am Samstag nicht nehmen ließ, in voller Fischerkluft in die eisige Gander zu springen, um Unrat von den Ufern zu klauben. Vorbildlich. Ob er sich da an frostige Brexit-Verhandlungen erinnert fühlte, wo allerlei Rosinenpicker unterwegs sein sollen, entzieht sich unserer Kenntnis. Ebenso, was bei „Xavier Bettels Highlight und Wow-Erlebnis der Woche“ - wie die Erzbistumszeitung über die Stippvisite am Mittwoch an 10, Downing Street, London, schreibt - so genau rauskam. Derweil ruderte der CSV-General am Samstag im „RTL Background“ ziemlich verzweifelt rum, um ja nichts über die brillanten Zukunftsideen seiner Partei zu verraten und versuchte vielmehr, Keile ins Regierungslager zu treiben. Irgendwie aber brachen die sofort ab, und der freche Frager ließ ihn nicht vom Haken. Am Ende wissen wir bloß, dass die CSV auf der Arbeit von Blau-Rot-Grün aufbauen und nichts rückgängig machen würde. Dann kann das Geleistete also nicht so schlecht sein, wie stets von der größten Oppositionspartei behauptet wird, oder? Und dann könnte das Dreiergespann doch genausogut weiter machen, nicht wahr? Uns dünkt, die Christsozialen brauchen noch mehr Oppositionszeit, um ihren Frühjahrsputz abzuschließen.