Endlich: „Schneeglöckchen und Krokusse sind schon da, und bald werden auch die ersten Narzissen ihre Blüten gen Sonne recken. Der Frühling liegt in der Luft“, freute sich am Samstag der Leitartikler der Erzbistumszeitung, die gar mit einer Anleitung zum „Frühjahrsputz unserer Seele“ daher kommt.
„Auf einmal fangen die Erwachsenen an zu flirten, laufen leicht bekleidet durch die Straßen, liegen auf Wiesen und schauen durch die rosarote Brille. Das macht ein Schalter im Gehirn. Und die Sonne“, schrieb dieser Tage die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über die genetisch vorprogrammierte Glückshormon-Party im Schädel. Eine solche schien - eitel Sonnenschein sei dank - am vergangenen Freitag sogar ziemlich sichtbar unter dem schütteren Haar François Hollandes abzugehen. „Sogar das Luxemburger Wetter ist dem französischen Präsidenten wohlgesinnt, zur Abwechslung sieht er diesmal nicht wie ein begossener Pudel aus“, lästert das „Wort“. Na, bleibt zu hoffen, dass die Frühlingsgefühle auch die vielen kleinen Eiszeiten zwischen Sozialpartnern, über die wir derzeit ständig berichten müssen, ein klein bisserl verkürzen. Dazu würde allerdings manchmal schon reichen, die rosaroten Brillen für einen klitzekleinen Moment abzusetzen. Dann erkennt man des Pudels Kern umso leichter.


