LUXEMBURG
JEFF KARIER

Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Pollenkonzentration in der Luft

Nach den dunklen und kalten Wintermonaten freuen sich die meisten auf die Wärme der Sonne, die der Frühling verspricht. Jedoch gibt es auch jene, die dieser Jahreszeit mit eher gemischten Gefühlen entgegen sehen - Pollenallergiker. Wenn die ersten Pollen in der Luft umherfliegen, können diese, je nach Konzentration, bei den Betroffenen allergische Reaktionen auslösen. Schätzungen zufolge sind im Großherzogtum etwa 20 Prozent der Bevölkerung auf Pollen allergisch. Tendenz steigend. Wie aber merkt man, dass man selbst eine Allergie auf Pollen hat?

Die Symptome des Heuschnupfens reichen von laufender Nase und Niesattacken, über tränende und juckende Augen, bis hin zu Reizungen in Gaumen und Rachen, Schlafstörungen und Müdigkeit. Im schlimmsten Fall kann durch Heuschnupfen ein Asthmaanfall ausgelöst werden. Manch einer interpretiert die Symptome falsch und hält den Heuschnupfen für eine simple Erkältung.

Der Gang zum Arzt wäre in jedem Fall zu empfehlen, da dieser eine genaue Diagnose erstellen kann und falls es sich tatsächlich um Heuschnupfen handelt, kann er durch Tests feststellen, auf welche Pollen der Körper mit einer Allergie reagiert.

Ist man auf Pollen allergisch, ist der nächste Schritt herauszufinden, welche Pollen gerade herumfliegen. Um das zu ermitteln wird die Pollenkonzentration in der Luft von verschiedenen Institutionen laufend überprüft. So kann festgestellt werden, welche Pollen aktuell in der Luft sind und die Allergiker können gegebenenfalls ihre Medikamente einnehmen oder auf diese verzichten.

Denn auch Allergiemittel haben Nebenwirkungen wie etwa verstärkte Müdigkeit. Diese Institute treffen außerdem für jeden Tag der Pollensaison eine Pollenvorhersage. In Luxemburg macht das zum Beispiel die „Station d’aérobiologie du Ministère de la Santé“. Auf ihrer Internetseite findet man nicht nur Informationen zu Pollen, sondern auch wie hoch die Konzentration der verschiedenen Pollen gerade ist. Und unter der Nummer 4411-2183 erhält man täglich eine Vorhersage der Pollenkonzentration.

Aber warum sind einige Menschen allergisch?

Laut Dr. Françoise Morel, Allergologin am Centre Hospitalier Luxembourg (CHL) hat der menschliche Organismus eine anormale Neigung zu allergischen Reaktionen (s. unsere Ausgabe vom 5. April 2014). Unsere sehr hygienische Lebensweise fördere aber noch zusätzlich das Auftreten von Allergien und zwar nicht nur auf Pollen.

Auch andere, für den Körper eigentlich harmlose Stoffe, können allergische Reaktionen hervorrufen. Der Fachmann spricht in solchen Fällen von Atopie. Solche atopischen Krankheiten können vererbt werden, kann sich aber auch bei einer Person entwickeln, dessen Vorfahren keine Allergien hatte. Darüber hinaus können Allergien, wie der Heuschnupfen, im Laufe des Lebens plötzlich auftauchen. Wer also bisher allergiefrei lebt, könnte ohne Vorwarnung eine Allergie auf Pollen entwickeln. Warum das so ist, weiß auch die Wissenschaft nicht. Wie stark die Pollenkonzentration ist, bestimmen einige Faktoren. Zum Beispiel das Wetter. So sorgt Regen dafür, dass ein Teil der Pollen, die in der Luft sind, mit dem Regen zu Boden fällt. Und die Ernährung kann Einfluss auf die Allergie haben. Verschiedene exotische Früchte können die Symptome verstärken.

Einige Tipps für Allergiker

Es ist vermutlich das Erste, was der Arzt einem rät: Man sollte Gärten und Wiesen meiden, da dort besonders viele Pollen umher fliegen.

Allgemein sollte man als Allergiker längere Aufenthalte im Freien meiden. Tägliches Staubsaugen in den eigenen vier Wänden hilft, die Pollenbelastung zuhause zu senken. Und wenn die Pollenkonzentration sehr hoch ist, sollten Sie die Finger vom Steuer lassen und wenn möglich den Bus nehmen. Es macht übrigens keinen großen Unterschied, ob Sie auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Pollen verbreiten sich überall, man kann ihnen nicht entkommen.