Beim luxemburgischen Sattellitenbetreiber SES steht für das kommende Jahr ein Führungswechsel ins Haus, wie das Unternehmen gestern Vormittag in einer sachlich gehaltenen Mitteilung wissen ließ. An die Stelle von CEO Romain Bausch wird im April kommenden Jahres mit Karim M. Sabbagh ein neuer Mann die Geschäftsführung übernehmen, der wiederum seit zwei Jahren selbst schon dem SES-Verwaltungsrat angehört und demnach ausreichende Kenntnis über die Zielsetzungen und Entwicklungsperspektiven des Unternehmens haben dürfte, um sich der neuen Aufgabe annehmen zu können.
Generationswechsel
Bei diesem Vorgang handelt es sich jedoch keineswegs „nur“ um den Austausch von Führungspersönlichkeiten, sondern eher um einen Generationswechsel, der jedoch offensichtlich im Zeichen einer weitgehenden Kontinuität vollzogen wird. Der seit 1995 amtierende Generaldirektor Romain Bausch, der in den letzten beiden Jahrzehnten maßgeblichen Anteil hatte am globalen Aufschwung, den die SES nehmen konnte, wird im kommenden Monat Juli 60 Jahre alt und setzt dementsprechend mit der für April 2014 anstehenden Hauptversammlung der SES einen Strich unter seine Arbeit im unternehmerischen Tagesgeschäft. Einen ersten Hinweis auf diese Personalie hatte es bereits im Rahmen der diesjährigen SES-Generalversammlung gegeben, als Romain Bausch in den Verwaltungsrat des Unternehmens berufen wurde. Seine reiche Erfahrung wird dem luxemburgischen Satellitenbetreiber also über seine direkte gestalterische Mitarbeit hinaus weiterhin erhalten bleiben.
In einem kurzen Statement unterstrich gestern René Steichen, der Präsident des SES-Verwaltungsrates, im Verlaufe der fast zwanzigjährigen Amtszeit von Romain Bausch habe sich die SES „von einem europäischen Betreiber von vier Satelliten für den Fernseh-Direktempfang zu einem weltweit führenden Unternehmen mit mehr als 50 Satelliten mit globaler Reichweite“ entwickelt. Ermöglicht worden sei dies durch „die Vision, die tatkräftige Führung, sowie das außergewöhnliche Netzwerk an institutionellen Beziehungen und das beispielhafte Engagement“ von Romain Bausch. Dieser hatte übrigens bereits zuvor als Generaladministrator im Finanzministerium während fünf Jahren den Posten eines Mitgglieds und Vizepräsidenten der SES innegehabt.
Nachfolger ist kein Novize
Den Chefposten bei der SES soll im kommenden Jahr Kamir Michel Sabbagh übernehmen, der zuletzt als Senior Partner bei Booz & Company tätig war, wo er von Dubai aus die Bereiche globale und regionale Kommunikation, Medien und Technologie leitete. Eine beachtliche Expertise wird ihm darüber hinaus nachgesagt in der maßgeblichen Mitwirkung in internationalen Teams bei langfristigen und umfassenden Projekten im Rahmen von Privatisierungen, internationalen Expansionen, Unternehmenszusammenführungen sowie bei Wachstums- und Entwicklungsprogrammen.
Der Verwaltungsrat der SES gehört Karim Michel Sabbagh seit 2011 an, ist also demnach mit den Vorgängen um und in der Gesellschaft durchaus vertraut. Verwaltungsratspräsident René Steichen sieht in Sabbagh vor allem einen profunden Kenner der Branche, sowie einen erfahrenen Experten für Schwellenmärkte, die einen wesentlichen Anteil des künftigen Wachstumspotenzials von SES darstellen. Damit sei er in der Lage, zusammen mit der Belegschaft die Innovation und Qualität der Dienstleistungen voran zu treiben und für neue Wertschöpfung zu sorgen.
