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DPA/LRS

Rheinland-Pfalz: SPD und Grüne fordern Untersuchung zu Kerosin-Rückständen

Nach der Veröffentlichung neuer Daten zum „Fuel Dumping“ von Flugzeugen über Rheinland-Pfalz fordern SPD und Grüne genaue Untersuchungen zu Rückständen und Ablagerung von Kerosin. Es dürfe nicht länger sein, dass „wir nicht wissen, wie viel von dem Kerosin unten ankommt und welche Auswirkungen dies auf Mensch und Natur hat“, kritisierte gestern der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Andreas Hartenfels.

Die geplante Studie des Umweltbundesamtes dürfe sich daher nicht auf die Analyse von bestehenden Daten beschränken und müsse die konkreten Auswirkungen insbesondere in Rheinland-Pfalz in den Blick nehmen. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer, forderte umfangreiche Messungen in Rheinland-Pfalz.

„Kurzfristig muss eine Meldekette zu den Kerosinablassfällen eingerichtet werden“, forderte Schweitzer. „Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Landesbehörden müssen sich informieren können, wann und wieviel Kerosin aus zivilen und militärischen Flugzeugen geleitet wird.“ Das bisherige Verfahren, bei dem die Deutsche Flugsicherung (DFS) nur das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und das Bundesverkehrsministerium informiert, sei nicht ausreichend. Auch Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat kritisiert, dass es bislang keine Verpflichtung zur Unterrichtung der Landesbehörden im Falle von „Fuel Dumping“ gibt, also dem absichtlichen Ablassen von Kerosin, um die Tanks von Flugzeugen vor einer Landung leichter zu machen.

368 Tonnen jährlich

Nach einer Antwort der deutschen Regierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im deutschen Bundestag wurden im vergangenen Jahr insgesamt 368 Tonnen Kerosin über Rheinland-Pfalz abgelassen, was wohl auch der Nähe zum größten Flughafen Deutschlands geschuldet ist. Deutschlandweit wurden 580 Tonnen „gedumpt“. Das Ausmaß dieses „Fuel Dumpings“ nahm bei zivilen Flugzeugen im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 490 Tonnen zu. Bei militärischen Flugzeugen gab es eine Steigerung um 294 Prozent, also fast vier Mal so viel wie 2016.

Im vergangenen November schlug die Nachricht ein, dass eine Cargolux-Maschine rund 50 Tonnen Kerosin über Rheinland-Pfalz abgelassen hatte.

Die Maschine hatte laut Deutscher Flugsicherung ein Problem mit den Landeklappen und musste zum Findel zurück kehren.

Beim „Fuel Dumping“ handelt es sich um ein Notverfahren, um das Flugzeug leichter für eine Notlandung zu machen. Im Prinzip muss es von den zuständigen Autoritäten genehmigt werden.