LUXEMBURG
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Frankreich und Luxemburg arbeiten an Maßnahmen zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs

Zufriedene Gesichter bei Transportminister François Bausch und dem französischen Staatssekretär Christian Eckert, mit dem er gestern fünf prioritäre Projekte zu Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrs Richtung Lothringen auf einer Pressekonferenz vorstellte (siehe Kasten). In den vergangenen Monaten hatten beide Länder die Kontakte intensiviert, um zu konkreten Ergebnissen zu kommen. Die Diskussionen finden vor dem Hintergrund der Probleme der über 80.000 Grenzgänger aus Lothringen statt. Neben diesen Projekten wird Luxemburg bis Ende des Jahres auch eine Plattform fertig stellen, die Carsharing per Geolokalisierung erlaubt.

Busverbindungen haben Priorität

Für den Transportminister haben vor allem zwei Projekte Vorrang, die den Busverkehr betreffen und sich schnell realisieren lassen. „Schon jetzt finanziert Luxemburg fast alle grenzüberschreitenden Linien“, sagte Bausch. Das Budget liegt derzeit bei 14 Millionen Euro. Man sei bereit, die Finanzierung und Organisation weiterer Linien von und nach Frankreich zu übernehmen. Bausch will zunächst neue grenzüberschreitende Buslinien einrichten; dazu auch neue P&R-Parkplätze. Als erste Standorte sind Thionville und Longwy angedacht. Die Einrichtung erfolge gemäß des Bedarfs, beide Länder würden sich an der Finanzierung beteiligen.

Das zweite Projekt, das Bausch wichtig ist, ist die Ausweitung der Kapazität auf der Strecke Thionville - Luxemburg. Dazu soll ein Gleiswechselbetrieb und eine bessere Anbindung von Hettange-Grande beitragen. „Dieses Projekt ist gleichzeitig auch das teuerste“, sagte Bausch. Er wies seine französischen Ansprechpartner darauf hin, dass Luxemburg den Ausbau der A3 auf drei Spuren zwischen Bettemburg und der Grenze zurückgestellt habe, um die Busprojekte finanzieren zu können.

Eckert legt besonderen Wert auf jene Projekte, die Audun-le-Tiche betreffen. Eines ist eine Verlängerung der Ortsumfahrt bis zur RN52. Im Dezember 2016 war die Verbindung Micheville - Audun-le-Tiche - Belval für Autos von Eckert und Bausch eröffnet worden. Jetzt soll der öffentliche Nahverkehr folgen. Das fünfte Projekt ist ein Fuß-und Radweg zwischen der Ecocité und Belval auf einer Strecke zwischen drei und fünf Kilometern. Laut Eckert wird die Zusammenarbeit der beiden Länder durch die in Frankreich anstehenden Wahlen nicht beeinflusst. Zur A31, der Verlängerung der A3 auf französischer Seite, wollte er sich nicht weiter äußern. Das beträfe die Regionen und den Staat. Eckert weiß, dass die Mehrzahl der Pendler mit dem Auto kommt.

Auf der A31 sind seit Mitte März Geschwindigkeiten obligatorisch, die nach dem Verkehrsfluss bemessen werden und teilweise bei 70 km/h liegen. Pendler sind verärgert. Eckert gab an, die Reduzierung von 130 auf 110 km/h im Jahr 2009 sei zwar kritisiert worden, habe aber den Verkehrsfluss verbessert.

Bausch verwies darauf, dass die SNCF mehr Züge bereit gestellt habe, es jedoch Kapazitätsgrenzen gebe. „2019 wird der Ausbau der Gleisanlagen in Luxemburg fertig“, machte er Hoffnung. Derzeit nutzen rund 10.000 Grenzgänger täglich den TER.

Details

Die Projekte

Luxemburg und Frankreich haben fünf Projekte, an denen sie sehr konkret arbeiten:
1. Neue Buslinien für Grenzgänger und zusätzliche P&R-Parkplätze
2. Erhöhung der Zugkapazität zwischen Luxemburg und Thionville
3. Verlängerung der Ortsumfahrt von Audun-le-Tiche bis zur RN52
4. Mehr Angebote des öffentlichen Transports mit höherer Taktzahl auf der Strecke Beval-Michelville
5.Verbindung zwischen Ecocité und Beval durch Rad/Fußwege auf einer Strecke von drei bis fünf Kilometern

Carsharing-Plattform ist in Arbeit

Das Umweltministerium in Luxemburg arbeitet derzeit an einer Carsharing-Plattform. Kommenden Monat startet die Ausschreibung, im November diesen Jahres soll es losgehen. Die Idee ist, durch Geolokalisierung andere Fahrer - Anbieter wie Suchende - sofort zu sehen. Da Ende Juni die Roaminggebühren abgeschafft werden sollen, bietet sich die Nutzung auch für grenzüberschreitende Teilnehmer kostengünstig an.