LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Der Buchdrucker, ein Borkenkäfer, bedroht immer noch die luxemburgischen Wälder

Der größte Feind des Försters ist der Buchdrucker. Nein, es handelt sich nicht um eine Fehde unter Berufsständen, sondern um den ewigen Kampf zwischen Forstwirtschaft und der Familie der Borkenkäfer. Zu dieser gehört auch der „Buchdrucker“, eine besonders gefräßige Käferart, die sich in den Rinden von Bäumen einnistet und mit ihren Gängen die Rinde und damit die Lebensader der Bäume zerstört. Insbesondere trockene Sommer wie der des Jahres 2018, fördern die Verbreitung des Buchdruckers. Obwohl nur wenige Millimeter groß, verursacht er immense Schäden.

Anlass genug für den liberalen Nord-Abgeordneten André Bauler, detaillierte Fragen zum Borkenkäferbefall an Umweltministerin Carole Dieschbourg zu richten. Darin verweist er auf die Schädigungen von Jungpflanzen und Nadelbäumen, da sich die Borkenkäfer 2018 in Luxemburg und den Nachbarländern erheblich ausbreiten konnten.

Es ist seiner Meinung nach unverzichtbar, schnellstmöglich auf diese Herausforderung zu reagieren. Entsprechend fragte Bauler nach Notfallmaßnahmen, Schadensbegrenzung, Entschädigungen und die Möglichkeiten eines Holzeinschlags, der die Vorgaben des Forstgesetzes überschreitet.

Forstverwaltung will privaten Waldbesitzernzur Seite stehen

Während Bauler von Borkenkäfern sprach, präzisierte Ministerin Dieschbourg, dass es in Luxemburg 50 Arten von Borkenkäfern gibt, aber der „Buchdrucker“ derjenige ist, um den es geht. Die privaten Waldbesitzer seien im Herbst 2018 via Presse über notwendige Maßnahmen informiert worden. Sie müssten jetzt schon erhöhte Vorsicht walten lassen, um die Verbreitung des Buchdruckers zu verhindern. Wobei die Natur und Forstverwaltung dabei sei, die Eigentümer der betroffenen Baumbestände über den Stand der Dinge zu informieren.

Da der Buchdrucker aufgrund der Winterkälte noch inaktiv ist, gelte es jetzt präventive Schritte zu vollziehen, meinte Ministerin Dieschbourg. Die Waldbesitzer sollten betroffene Bäume identifizieren, kennzeichnen, fällen und das Holz dann schnell - noch vor Beginn des Frühlings - abtransportieren. Damit könne man den Lebenszyklus der Borkenkäfer unterbrechen.

Keine Finanzhilfen

Allerdings könne der Staat den betroffenen Waldbesitzern keine finanziellen Hilfen anbieten, so Dieschbourg, da diese gesetzlich auf schwere Sturmschäden beschränkt sind. Es sei aber durchaus möglich bei schweren Schäden eine Fällung von Waldflächen über das normale Maß hinaus zu genehmigen.