LUXEMBURG
JEFF KARIER

Seit 30 Jahren bietet „l’Audiophile“ hochwertige Hifi-Anlagen und mehr

Hoch und geradlinig oder auch klein und rund stehen einige dutzend Lautsprecher in einem der Räume des Fachgeschäfts „l’Audiophile“ nebeneinander. In einer anderen Ecke des Ladens sind verschiedene Plattenspieler aufgebaut. „Wir verkaufen heute mehr dieser Geräte, als vor 30 Jahren“, erklärt Marc Welter, einer der Inhaber von „l’Audiophile“.

Damals, vor 30 Jahren, eröffnete das Geschäft, das auch heute noch auf 1, Place de Paris zu finden ist. Damals gehörte es noch zu „Park Music“. Seit 1996 führt Welter gemeinsam mit seinen Partnern Thierry Abondance und Guy Foetz den Laden. Hinzu kommen noch vier Mitarbeiter, die zum Teil die Kunden beraten oder sich auch um Reparaturen und Installationen kümmern.

Passende Größe, richtige Position

„Es ist wichtig, dass die Anlage zu dem Raum passt“, betont Welter. Denn kleinere Lautsprecher können einen kleinen Raum gut beschallen, während ein großer Raum entsprechend größere beziehungsweise leistungsstärkere Boxen erfordert. „Allerdings müssen sie dann auch entsprechend aufgestellt sein, damit sie auch gut klingen.“ Einer der häufigsten Fehler sei es daher, dass Personen sich zwar eine gute Anlage kaufen, diese jedoch nicht zusammen oder zu dem Raum passt, oder eben falsch aufgestellt ist. „Dann verschwinden Lautsprecher in der Ecke eines Raumes oder in einem Regal.“ Daher würden die Hersteller mittlerweile auch viel mehr auf ein ansprechendes Design setzen, sodass die Kunden die Lautsprecher gerne sichtbar im Raum stehen haben. „Allerdings sollte die Funktion nicht unter dem Design leiden“, betont der Fachmann. Der Leitsatz „Form follows function“ sei daher sehr wichtig bei Lautsprechern.

Wenn es um Musikanlagen geht, spielen Vibrationen eine wichtige Rolle. Schließlich können die von den Membranen erzeugten Schallwellen bei Möbeln aber auch Geräten für solche Vibrationen sorgen. Diese können zu nervigen Klappergeräuschen führen, aber auch die Funktionsweise der Geräte und somit die Qualität des Klangs beeinträchtigen. Entsprechend bestehen einige der wertigen Geräte aus schweren Materialien und sind etwa aus Metall gefräst. „Durch die große Masse, kommt es durch die Schallwellen zu keinen Vibrationen“, erklärt Welter. Allerdings sind diese Geräte dann auch beim Transport etwas umständlicher.

Planung von A bis Z

Im Keller des Fachgeschäfts befinden sich drei Räume, von denen in zwei die Lautsprecher und Anlagen vorgeführt werden können. Dazu sind diese entsprechend mit akustischen Elementen ausgestattet, um ein möglichst perfektes Hörerlebnis zu ermöglichen. Hier befindet sich dann auch ein kleines Heimkino, das aus insgesamt 16 Lautsprechern besteht. „Sowohl hinter als auch unter der Leinwand befinden sich Lautsprecher sowie in den Seitenwänden. Alleine in der Decke befinden sich fünf Lautsprecher“, erklärt Welter. Hinzu kommen noch zwei Lautsprecher im hinteren Bereich, die das Dolby-Atmos-Erlebnis abrunden. Der Projektor ist ebenfalls in die Decke eingelassen und fährt bei Bedarf heraus. Gesteuert wird das Heimkino von mehreren Geräten wie Server, Prozessoren und Verstärker, die in einem eigenen Technikschrank untergebracht sind.

Um solche aufwendigen Anlagen auch präzise an die Wünsche des Kunden anpassen zu können, ist eine intensive Beratung und Planung notwendig. Dabei basieren sich die Spezialisten unter anderem auf die Gebäudepläne und Fotos des Raumes sowie die Erklärungen der Kunden oder aber machen sich vor Ort ein Bild, führen Messungen und dergleichen durch. „Ideal ist es, wenn bei einem Neubau oder Umbau die Kunden zu uns kommen, bevor die Arbeiten beginnen. Schließlich muss etwa bei Deckenlautsprecher für entsprechender Platz für die sogenannten Backboxen gesorgt sein“, erklärt Welter. Hinzu kommen das Ziehen der nötigen Kabel oder auch das Einplanen von akustischen Elementen und vieles mehr. Hierbei ist auch Multiroom ein wichtiges Thema, dass also Lautsprecher in mehreren Räumen installiert und angesteuert werden. Auch im Außenbereich können entsprechende Lautsprecher installiert und in das Netzwerk einbezogen werden.

Tradition und Innovation

Zu den Marken, die Welter hervorhebt gehört etwa „Bowers & Wilkins“. „Diese haben wir seit Beginn im Programm.“ Bereits für 500 oder 600 Euro bekommt man von der Marke ein Paar Lautsprecher. Es gibt jedoch einige „Bowers & Wilkins“-Modelle, die mehrere Tausend Euro kosten. Dabei bildet die 800-Reihe die absolute Premiumklasse. „Diese werden komplett, von A bis Z in der Fertigungshalle in der Nähe von Brighton gebaut“, betont Welter, der bereits mehrfach vor Ort war. Ein solcher Lautsprecher wiegt dann auch mehr als 100 Kilo und steckt voller Technik und hochwertigen Materialien.

Aber auch „Linn“ zählt laut Welter zu ihren Topmarken, die neben hochwertigen Boxen unter anderem auch Plattenspieler herstellen, die zu den besten gehören. Eine Besonderheit stellt jedoch „Devialet“ dar. Die Firma hat vor rund acht Jahren mit einem revolutionären Verstärker begonnen, der laut dem Experten die Konkurrenz noch immer in den Schatten stellt. „Den Durchbruch schafften sie jedoch mit ihren ‚Phantom‘-Lautsprechern.“ Diese wirken auf den ersten Blick wie reine Designobjekte, dabei stecken die eiförmigen Lautsprecher voller Ingenieurskunst, sodass sie einen unglaublichen Sound bieten, den man bei ihrem Anblick nicht für möglich halten würde. Hinzu kommt, dass es Aktivlautsprecher sind, die nur eine Stromversorgung brauchen und wunderbar zur Einrichtung eines Multiroom-Systems geeignet sind. Mittlerweile gibt es verschiedene „Phantom“-Modelle, wobei „Reactor“ das neue und kleinere Einsteigermodell und ab 990 Euro erhältlich ist. Gesteuert werden die Lautsprecher über die passende App.

Welche Lautsprecher beziehungsweise Anlage zu den eigenen Vorstellungen passt, muss dabei von Fall zu Fall entschieden werden. Bevor aber die von den Experten zusammengestellt Anlage ausgeliefert und eingebaut wird, können sich die Kunden in einem der Vorführräume einen Eindruck von dieser machen. „Sie soll schließlich am Ende dem Kunden gefallen.“

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