LUXEMBURG
DANIEL OLY

Zwei Finalistinnen vertraten Luxemburg in Brüssel bei dem „European Money Quiz“

Was bedeutet Inflation genau? Und was tut man, wenn die eigene Bankkarte gestohlen wird? Wie schafft man ein wirklich sicheres Passwort? Und wie funktionieren Staatsanleihen eigentlich? Mit unter anderem diesen Fragen mussten sich die Teilnehmer des „European Money Quiz“ beschäftigen. Für jede Frage - im „Multiple Choice“-Format - hatten die Kandidaten nur zwischen 20 und 60 Sekunden Zeit. Und es ging ums Ganze: Für die Gewinner winkten Sach- und Geldpreise.

Teilnehmen durften alle - zumindest alle, die zwischen 13 und 15 Jahren alt waren und zu einer der Partnerschulen der europäischen Bankenföderation EBF gehören. Die hat das Event 2017 ins Leben gerufen, um zu erörtern, wie gut die Schüler in dieser Altersklasse mit Geld und Finanzfragen umgehen können.

Multiple-Choice zum Sieg

Auch in Luxemburg gab es erstmals Teilnehmer : Die „Ecole de Commerce et Gestion - School of Business and Management“ wurde von ihrem Partner, dem Bankenverband ABBL, zur Teilnahme am Quiz angesprochen und ermutigt. „Bei uns ist die Auswahl etwas begrenzter, weil wir erst Schüler ab der 10. Klasse haben“, erklärt Direktor Joseph Britz. Dementsprechend seien aber dennoch alle Schüler im Alter von 15 Jahren (Stichdatum: Beginn des Schuljahres) angehalten, an dem Wettbewerb teilzunehmen - und so entsendete die Schule auch seine zwei Finalistinnen nach Brüssel. Insgesamt waren 17 Schüler für die Qualifikation eingetragen.

Aber wie funktioniert diese Teilnahme überhaupt? „Die Fragen werden über ein Programm Namens ,Kahoot!‘ gestellt“, erklärt Catarina Pinto, die gemeinsam mit Emma Bruni an dem Wettbewerb teilnehmen konnte, gewann und zum europäischen Finale nach Brüssel fahren konnte. Sie hatten es in der veranschlagten Zeit geschafft, die meisten Fragen korrekt zu beantworten. „Das Formular ist für alle dasselbe, jeder kriegt dieselben Fragen und hat gleich viel Zeit“, meint sie. Dabei ging es in den Fragen um alle möglichen Finanzen- und Mathematik-orientierten Fragen, aber auch um Themen der Cybersicherheit und der Finanz-Institute. „Es war also mehr als ,nur‘ Fragen zum Thema Geld.“ Insgesamt mussten fünfzehn Fragen beantwortet werden. Dadurch, dass die Befragung per Webseite durchgeführt wurde, konnte das Resultat direkt ermittelt werden. „Direkt ein Resultat zu haben und nicht lange warten zu müssen, hatte schon seinen Vorteil“, meint sie.

Die beiden Besten des ECG durften dann am 6. und 7. Mai nach Brüssel zum Finale. Dort traten insgesamt 56 Finalisten an, zugelassen waren 28 europäische Länder, die jeweils ihre zwei besten und schlausten Köpfe zum Finale nach Brüssel schickten. „Es war sehr toll, daran teilnehmen zu dürfen“, erklärt Pinto. „Wir konnten andere Leute kennenlernen, uns untereinander austauschen.“ Auch Bruni bestätigt, wie toll der Trip gewesen sei. „Am beeindruckendsten war, dass sich in so vielen unterschiedlichen Sprachen verständigt wurde“, meint sie. „Die Vielfalt war sehr toll.“ Begleitet wurden sie - wie die anderen Finalisten - von ihren Lehrerinnen Dominique Moeremans und Tania Novais.

Mehrstündiger Wettbewerb

Der Wettbewerb wurde über zwei Tage abgehalten. „Am ersten Tag gab es ein einführendes Meeting und die Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern in Kontakt zu kommen“, sagt Bruni. „Der eigentliche Wettbewerb ging dann am zweiten Tag los, mit zwei Quiz-Runden über mehrere Stunden.“ Beantworten konnte man die Fragen dabei im ganz eigenen Rhythmus, aber auch weiterhin in dem Format des „Kahoot!“-Programms.

Das Finale gewinnen konnten Emma Bruni und Catarina Pinto leider nicht. Trotzdem habe sich die Teilnahme gelohnt: „Wir haben enorm viel dazu gelernt - Wissen, das wir auch für unsere schulische Ausbildung brauchen, und mit dem wir jetzt einen kleinen Wissensvorsprung haben“, meint Pinto. „Es ist auch eine hervorragende Übung für das Englische“, ergänzt Bruni. Stolz sind beide deshalb trotzdem: Über ihre Teilnahme, ihren Sieg beim nationalen Wettbewerb und die Chance, unter den knapp 100.000 Kandidaten aus ganz Europa mit vorne auf dem Treppchen stehen zu können. Und ohnehin, ist dabei sein nicht sowieso alles?