LUXEMBURG
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Eurojust: Menschenhändlerbande zerschlagen - mehrere Festnahmen in Europa

Eurojust half nationalen Behörden aus der Slowakei, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und den Niederlanden, eine slowakische Gruppe der organisierten Kriminalität (OCG) zu zerschlagen, die am grenzüberschreitenden Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung von Arbeitskräften und der groß angelegten Geldwäsche beteiligt war. Während des Aktionstages, der von Eurojust, der Stelle für die justizielle Zusammenarbeit der EU, koordiniert wurde, wurden fünf Verdächtige verhaftet und mehrere Immobilien der Kriminellen durchsucht.

Dank der aktiven Unterstützung von Eurojust wurden die europäischen Haftbefehle und europäischen Ermittlungsbefehle rasch erlassen und ausgeführt. Die Verbrechen der Bande wurden zwischen 2008 und 2017 in den slowakischen Regionen Prešov und Košice sowie im Vereinigten Königreich begangen. Im Jahr 2015 eröffnete das „UK National Desk“ bei Eurojust ein Verfahren zur Untersuchung einer kriminellen Vereinigung von fünf slowakischen Staatsangehörigen, die bis 2017 im Vereinigten Königreich lebten und dann nach Deutschland zogen.

Hierarchische Struktur mit strikter Aufgabenverteilung

Die Bande unterhielt eine hierarchische Struktur mit strikter Aufgabenverteilung auf die einzelnen Mitglieder sowie systematisch und sorgfältig geplante und durchgeführte Aktivitäten.

Die slowakischen Opfer der Bande, die meist unterprivilegierte Menschen waren, wurden in der Slowakei rekrutiert und zur Zwangsarbeit nach Großbritannien gebracht. Sie waren fest angestellt, mit gefälschten Arbeitsverträgen, in chinesischen Restaurants und Autowaschanlagen unter harten Arbeitsbedingungen: zwölf bis 14 Stunden pro Tag, sechs Tage pro Woche. Die Opfer sollen ein Gehalt von mindestens 400 britischen Pfund pro Woche erhalten haben. Die Kriminellen nahmen den größten Teil dieses Betrags in Anspruch und forderten willkürlich die Erstattung von Transport, Unterkunft und Verpflegung, die den Opfern im Rahmen zweifelhafter finanzieller Vereinbarungen gewährt wurden. So erhielten die Opfer nur einen winzigen Bruchteil ihres tatsächlichen Gehalts: etwa 20 Pfund pro Woche. Die Bandenmitglieder übertrugen daraufhin die illegal erzielten Einkünfte an die Slowakei, um ihre Herkunft zu verschleiern.

Eurojust hatte eine gemeinsame Ermittlungsgruppe (JIT) zwischen der Slowakei und dem Vereinigten Königreich eingerichtet, die Informationen über Opfer und Verdächtige austauschten und eine gemeinsame Strategie festlegten. Die JIT trug dazu bei, die Untersuchungen zu beschleunigen, bis hin zum erfolgreichen Aktionstag. Das JIT erleichterte auch die Ausstellung von Haftbefehlen während des Aktionstages auf deutschem und niederländischem Gebiet. Europol unterstützte die Maßnahmen auch durch die Bereitstellung von Mitteln.