LUXEMBURG
CB

Vom Gefängnis in die Freiheit: Zuspruch für Idee von „Transitionshäusern“

Wer seine Haftstrafe abgesessen hat oder unter Auflagen vorzeitig aus dem Gefängnis freikommt, fällt häufig in ein Loch. Auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Job zu finden ist fast unmöglich. Viele landen auf der Straße, was für eine erfolgreiche Resozialisierung wenig zuträglich ist. Mit Unterstützung der Ministerien für Justiz und Familie und Integration hatte Caritas Luxemburg in den beiden vergangenen Tagen zu einer Konferenz eingeladen, bei der es darum ging, das Konzept von „Transitionshäusern“ zu diskutieren. „Es geht darum, den Übergang vom Gefängnis in die Freiheit bestmöglich zu gestalten“, sagte Charel Schmit, Präsident von „Caritas Accueil et Solidarité“ und Vizepräsident von Caritas Luxemburg. In eher dezentralen Strukturen, Wohngruppen wie auch Einzelwohnungen sollen unter anderem entlassene Häftlinge unterkommen können. Schmit schätzt den Bedarf auf 50 bis 60 Plätze. Caritas wäre bereit, ein Pilotprojekt für das Jahr 2019 in die Wege zu leiten.

Entsprechen der Zielsetzung der Reform des Strafvollzugs

Justizminister Félix Braz (déi gréng) befürwortet die Idee solcher „Maisons de transition“. Der Grünen-Politiker sprach von einer „absolut sinnvollen Initiative“, bei der allerdings noch einige Fragen zu klären seien. Solche Übergangshäuser würden auch der übergeordneten Zielsetzung der Reform des Strafvollzugs entsprechen, die Chancen auf eine erfolgreiche Resozialisierung zu erhöhen. „Alle Akteure sollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten“, erklärte Braz. Wer nach der Haftentlassung nicht auf Freunde oder Familien zählen könne, für den sei es eine Phase der Instabilität. „Da sind wir heute mit Sicherheit noch nicht gut genug aufgestellt“. Der Ressortminister hofft, dass das Parlament die Reform noch vor der Sommerpause verabschieden wird. Gestern Vormittag hatte die Caritas Experten aus dem Ausland eingeladen, die über Projekte in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland referierten

In Luxemburg befinden sich vereinfacht gesagt rund 600 Menschen im Gefängnis, von denen rund die Hälfte in Untersuchungshaft ist, die künftig - 2022 oder 2023 - in dem im Bau befindliche neue Untersuchungsgefängnis in Sassenheim untergebracht werden.