DEN HAAG
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Europol: 3,8 Millionen Dopingsubstanzen weltweit sichergestellt - 234 Verdächtige verhaftet

In den letzten 20 Jahren hat der weltweite Handel mit Anabolika deutlich zugenommen, resümiert Europol in einer offiziellen Stellungnahme. Der Handel mit Dopingsubstanzen sei in der Regel dezentral und hochflexibel, offen für jeden, der bereit sei, online zu bestellen oder in Produktionsländer zu reisen und die Stoffe in großen Mengen bei legitimen Herstellern zu kaufen. Vor allem der Endverbraucher, oft Gym-Fanatiker und Bodybuilder, bestimmt die Muster dieses Handels.

Große gesundheitliche Risiken

33 Länder, Interpol, das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) und auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatten sich nun in der von Europol koordinierten Operation „Viribus“ zu einer massiven Bekämpfung des Handels mit Dopingmitteln und gefälschten Medikamenten zusammengeschlossen. Die Operation, die von der italienischen Carabinieri geleitet und von der Finanzabteilung der griechischen Polizei mitgetragen wurde, war die größte Aktion ihrer Art überhaupt, wie betont wurde.

Sportler verwenden anabol-androgene Steroide und/oder Substanzen, um Ausdauer und Leistung zu verbessern, Körperfett abzubauen und das Muskelwachstum zu stimulieren. Diese Stoffe können jedoch die menschliche Gesundheit schwer beeinträchtigen. Sie erhöhen das Risiko von Herzinfarkt und Arteriosklerose, schädigen das Fortpflanzungssystem, die Leber und die Nieren und erhöhen das Krebsrisiko.

24 Tonnen Rohsteroidpulver

Die Stilllegung von Labors war eines der Hauptziele der Operation. Neun wurden in europäischen Ländern entdeckt und geschlossen und fast 24 Tonnen Rohsteroidpulver beschlagnahmt. Die hergestellten Dopingsubstanzen werden online oder in lokalen Fitnessstudios, Sportzentren, illegalen Straßenläden und lokalen Märkten verkauft. Die Operation Viribus konzentrierte sich auch auf Dopingkontrollen bei Sportveranstaltungen, in einigen der teilnehmenden Länder wurden 1.357 Kontrollen (Blut- und Urintests) durchgeführt.

Luxemburg nicht beteiligt

Wie die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage hin bestätigte, war das Großherzogtum nicht an der Operation Viribus beteiligt - auch nicht im Bereich möglicher Geldwäsche.