LUXEMBURG
BILL WIRTZ

Jung und schnell: Hugo Arellano liegt der Rallye-Sport im Blut

Seien es die Gebrüder Schleck für das Radfahren oder Gilles Müller im Tennis: Luxemburg zeigt immer wieder, dass auch kleine Länder großes sportliches Potenzial haben. Hugo Arellano und sein Co-Pilot Fabien Bigard sind dabei, diese These im Rallye-Sport zu belegen. Die beiden Sportler haben bereits mehrere Erfolge eingefahren, und sind weit davon entfernt aufzuhören.

Für Hugo Arellano war der Motorsport von klein auf eine Leidenschaft. In der Familie des nun 30-jährigen Luxemburgers war die Begeisterung für den Sport auf jeden Fall vorhanden: Arellanos Vater fuhr selbst Wettbewerbe und der Großvater war Sportjournalist. „Im Blut war der Rallye-Sport auf jeden Fall. Aktivieren muss man das Potenzial allerdings selbst“, so Arellano. Der junge Luxemburger hat ein Jura-Studium abgelegt, doch sein Herz war trotzdem beim Rennfahren. Ohne jegliche Mechaniker-Ausbildung ergründete Hugo Arellano die Grundzüge der Sportwagen selbst, und arbeitete sich in der Leiter des Sports hoch.

Knapp am Sieg vorbeigeschrammt

Sein Co-Pilot Fabien Bigard ist gleichzeitig ein guter Freund, mit dem Arellano gemeinsam aufgewachsen ist: „Die Verbindung zwischen Pilot und Co-Pilot muss eng sein, da man sich in den richtigen Momenten gut verstehen muss.“

In der Tat hat diese Verbindung den beiden Männern zum Erfolg verholfen: Hugo Arellano wurde der erste Luxemburger, der einen Auslandssieg im Rallye-Sport erringen konnte, und der erste Luxemburger, der als offizieller Pilot für eine Marke fahren konnte.

Bei der „Dakar Challenge“ stritt sich das Duo Arellano/Bigard um die ersten Plätze, mit nur sieben Sekunden Rückstand auf den Champion Oscar Fuertes, bevor einer ihrer Konkurrenten bei einem Überholmanöver die Kontrolle über den Wagen verlor und beim Unfall für beide das Rennen ruinierte. Ein Umstand ärgert Arellano aber manchmal, denn der Rallye-Sport genieße leider nicht oft die richtige Anerkennung: „Viele Menschen glauben wir seien bloß verrückte Raser“, so der Sportler. Arellano behauptet, selbst im Straßenverkehr vorsichtiger zu sein, da er die Risiken eines Unfalls kennt. „Beim Wettbewerb fahren wir eine Strecke die uns überhaupt nicht bekannt ist. Gemeinsam mit meinem Co-Piloten planen wir das Rennen kurz in der Nacht zuvor.“

Die Wettbewerbe sind sehr ermüdend und anstrengend, da es zwischen
Fahren, Reparaturen und Streckenplanung nur wenig Schlaf gibt. Deshalb sei es besonders wichtig, in ausgezeichneter sportlicher Form zu sein: „Ein
guter Fahrer muss auch ein guter Athlet sein. Da gehört Muskelaufbau, Ausdauer und die richtige Ernährung mit dazu“, so Arellano.

Ehrenamtlich und trotzdem professionell

Versüßt werden die Wettbewerbe aus einer luxemburgischen Sicht dadurch, dass das Team aus Freiwilligen zusammengesetzt ist. Ob Mechaniker oder Fotograf, meistens wird alles ehrenamtlich und aus Liebe zum Sport erledigt. Hugo Arellanno zufolge sollte das allerdings nicht dazu verführen, den Sport abwertend zu betrachten: „Unsere Arbeit ist professionell, und unsere Resultate sprechen für sich.“

Von der Seite des Verbandes wünscht sich der junge Sportler mehr Unterstützung. Man müsse jungen und ambitionierten Fahrern mehr unter die Arme greifen, sei es beim Finden von Sponsoren oder beim Marketing ihres Profils. Arellano fürchtet, dass ohne eine solche Unterstützung zu viele luxemburgische Sportler in der Zukunft lieber ihr Glück im Ausland versuchen.

Von dem Unfall beim „Dakar Challenge“ lässt sich Arellano auf jeden Fall nicht unterkriegen. Der Wagen wird momentan repariert, und Ende August geht es dann nach Polen zur Baja Polska.

Wer sich mehr für den Sport und Arellano’s Leistungen interessiert, kann ihn auf Facebook und Instagram folgen, wo der Sportler Fotos von den Wettbewerben teilt.