PASCAL STEINWACHS

So was von unverschämt aber auch: Da schlagen „déi gréng“ - die vor ein paar Tagen nach massiv auf die Straße strömten, um ihren Ekel gegen Ceta in die Welt hinauszuschreien - also am Donnerstag im Chamberhaus alle nur erdenklichen Purzelbäume, um ihr Ja zum Freihandelsdings irgendwie zu rechtfertigen, und dann erdreistet sich ihr obercooler Europaabgeordneter Claude Turmes doch am selben Tag tatsächlich, dem wallonesischen Ceta-Outlaw Paul Magnette in einem von 87 anderen EP-Mitgliedern mitunterzeichneten Brief seinen „full support for your opposition to CETA“ auszusprechen, aber Turmes ist eben ein wahrer Fundi, ansonsten er sich ja auch schon längst seine Löwenmähne abrasiert hätte.

Nicht ganz realo sind aber auch die Esch/Alzetter, denken diese doch inzwischen lautstark über eine Seilbahn nach Belval nach, nachdem die Stadt „bereits eine zirkusreife Eisenbahnüberführung“ habe, und „um Haaresbreite an einem Monument der Geschmacklosigkeit durch den Wiener Selbstdarstellungskünstler André Heller“ vorbeigekommen sei, wie das „Land“ gestern schrob. Klaren Menschenverstand beweist da gottlob auch ein „Wort“-Redakteur: „Wer die Probleme auf Erden nicht lösen kann, sehnt sich halt nach himmlischen Lösungen“. Halleluja...