LUXEMBURGISABEL SPIGARELLI

Hinter der Neuerscheinung „Parabeln“ stecken Schüler des Atert-Lyzeums Redange

Das Atert-Lyzeum in Redange ist ein Wiederholungstäter! Seit Jahren bietet das Gymnasium eine Projektgruppe an, die es den Schülern ermöglicht gemeinsam ein literarisches Werk zu publizieren. „Parabeln“ ist das neuste Produkt einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den Schülern und Schülerinnen. Gemeinsam mit ihrem Deutschlehrer Manuel Bissen haben die 10. und die 11. Klasse der Sektion „Paramédical et social, semestres“ sich an Parabeln versucht. Vier von ihnen lassen uns an den Erfahrungen teilhaben, die sie während des Projekts gesammelt haben. Ein Projekt, das mit „Parabeln“ erstmals über die Schulbänke hinausgeht.

Traumhafte Inspiration

„Was mich inspiriert hat? Ein Traum“, lacht Li Wiesenbach, „Ich habe davon geträumt, dass wir alle für ein Phantom arbeiten gehen und eigentlich gar keine Ahnung haben, was wir tun.“ Die Siebzehnjährige saß rund fünf Wochen an ihrem Text. „Arbeit“ ist besagtem Traum entsprungen. Li möchte damit einen bestimmten Gedanken anregen: „Ich werfe die Frage auf, welchen Wert materielle Dinge in unserer Welt haben.“

Neben den Parabeln haben die Jugendlichen aber auch die Interpretationen zu den einzelnen Geschichten verfasst. Fränz Hoffmann (17) hatte damit keine Probleme - im Gegenteil. „Wir analysieren im Deutschunterricht ja schon Texte. Die sind oft ziemlich schwierig“, merkt er an, „da fällt es einem leicht die Parabeln seiner Mitschüler zu interpretieren.“

Prominente Gastautoren

Erstmals beteiligten sich auch renommierte Gastautoren an dem Projekt. Die Sammlung wird durch Interpretationen von Serge Tonnar, Jhemp Schuster, Gilbert Pregno und anderen bekannten Gesichtern ergänzt. Schnell wird deutlich, dass die Gruppe ambitioniert war und das Engagement über die Schulstunden hinausging. „Wir haben das Buch in Eigenregie erstellt. Der gesamte Prozess, sogar die Erstellung des Covers, wurde von uns gesteuert“, so Manuel Bissen, „nur gedruckt haben wir nicht selbst.“

Buchcover aus Eigenproduktion

Die Gestaltung des Buchdeckels hat Kim Rech (18), ebenfalls Schülerin am Atert-Gymnasium, übernommen. Sie legte ihren Entwurf im schulinternen Workshop „Design it“ vor und bekam den Zuspruch des Herausgebers Bissen. „Ich bin ein sehr kreativer Mensch, deshalb hat es mir Spaß gemacht an dem Workshop teilzunehmen. Umso schöner ist es Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen“, erzählt Kim.

Auf die Frage, ob sich durch das Projekt ihre Schreiblust entfacht habe, antworten alle Befragten ähnlich unentschlossen. Michèle Schreurs (17), Autorin der Parabel „Die Zahlen“, fasst mit ihrer Aussage zusammen, was ihre Mitschüler ähnlich formulierten: „Das Schreiben der Parabeln ist mir leicht gefallen, weil wir viele Hintergrundinformationen bekommen haben - es gab quasi eine Vorlage. Doch ein Buch oder eine Geschichte ohne Anleitung zu schreiben, kann ich mir nicht vorstellen. Dazu fehlt mir die Inspiration.“


P. S. Reat (=Pseudonym für 10PSS und 11PSS)

„Parabeln“

ISBN-Nummer 978-3-7375-4432-0