LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Dead Can Dance eröffneten am Mittwoch das OMNI-Festival

Die Kulisse hinter dem Hof der Abtei Neumünster ist einzigartig. Majestätisch thront der Bockfels über dem Tal und die Organisatoren des Festivals - das „Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumunster“ und den Atelier - haben schon in der Vergangenheit Bands ausgewählt, die perfekt zu dieser Kulisse passen, wie beispielsweise Sigur Rós vor sieben Jahren. Am Mittwoch stand mit Dead Can Dance auf der Freilichtbühne ein sehr würdiger musikalischer Vertreter auf dem diesjährigen Programm des Festivals. Die Köpfe der Band, Brendan Perry und Lisa Gerrard haben sich schon in den 80er Jahren vor allem in der Gothic-Szene einen Namen gemacht. Inzwischen ist die Band, die sich 1998 Jahre auflöste, dann 2005 überraschend wieder auf Tour ging und im vergangenen August ein neues Album veröffentlichte, international etabliert.

UFO-artiges Perkussionsinstrument

In Luxemburg war das Duo, das live von fünf Musikern unterstützt wird, bislang nicht aufgetreten. Vor der Premiere am Mittwoch spielte der Perkussionist und Keyboarder der Band, David Kuckhermann, ein halbstündiges Set auf drei Hang-Instrumenten. Dieses UFO-artige Instrument mit acht Tönen wurde im Jahr 2000 von Felix Rohner und Sabina Schärer im schweizerischen Bern erfunden. Der Musiker gab zwischen den melodisch-rhythmischen Stücken einige interessante Erklärungen zu diesem Instrument, das optisch auch an eine Schildkröte erinnert.

Eine einzigartige Aura

Gegen 21.15 war es im vollbesetzten Hof der Abtei Neumünster dann soweit für eine ordentliche Dosis Gänsehautstimmung, als Brendan Perry, Lisa Gerrard mit ihrer einzigartigen Aura und ihre Mitmusiker die Bühne betraten. Sie boten einen fast zweistündigen Exkurs durch das aktuelle Album „Anastasis“, ergänzt durch Klassiker aus den frühen Jahren ihres Schaffens. Der Sound war praktisch perfekt, allerdings schien Brendan Perry einige Problem auf der Bühne zu haben, denn er zeigte gleich am Anfang skeptisch auf einen Monitorlautsprecher.

Abrupter Abbruch

Dem Publikum viel dies nicht weiter auf und genoss Kompositionen wie „Children of the Sun“, „The Host of Seraphim“ oder „Opium“. Mitten im Stück „Black Sun“ vom Album „Aion“ begann der Sänger, Multiinstrumentalist und gewissermaßen Dirigent der Band dann urplötzlich hektisch zu winken, bis Dead Can Dance den Tittel abrupt abbrachen. Nach einem verhaltenen Applaus spielte die Band noch drei weitere Stücke, bis Brendan Perry kopfschüttelnd die Bühne verließ. Obendrauf gab es noch ein paar Zugaben, darunter der Klassiker „Song to the Siren“ von Tim Buckley.

Kontakt mit dem Publikum gab es am Mittwochabend praktisch nicht. Allein Brendan Perry richtete ein paar Worte an das Luxemburger Publikum und entschuldigte sich, dass er die Sprache hier nicht beherrsche. Er könne aber ein wenig Griechisch sprechen und stimmte ein Stück an, das in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Griechenland geschrieben wurde.

Es ist bedauerlich, dass das Konzert wegen Perrys wenig guter Stimmung und einer mangelnden Kommunikationsfreude nicht zu einem wirklich erinnerungswürdigen Fest wurde. Am Ende wurde die Band nichtsdestotrotz mit stehenden Ovationen gefeiert.